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Der »Schwoaf am Wandei«

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Hoch über Bischofswiesen schrauben die Weihnachtsschützen Glühbirnen ein und tauschen Fassungen aus, damit der Stern über dem Ort leuchten kann. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Die Männer müssen bei ihrer Arbeit schwindelfrei sein.

Bischofswiesen – Ein Kometenstern leuchtet seit 1982 jedes Jahr auf der Kastensteinerwand hoch über Bischofswiesen. Er ist mittlerweile ein Wahrzeichen des Ortes. Die Idee stammt von den Bischofswieser Weihnachtsschützen. »Wir wollten was machen, was die anderen nicht haben«, erzählt Hermann Kracher. Er selbst, sein Vater Max Kracher und Franz Wembacher – beide sind bereits verstorben – haben den Stern zusammengeschweißt. Die elektrische Installation fertigte Rudi Kracher.


Vergangenen Samstag haben die Bischofswieser Weihnachtsschützen den Stern wieder aufgestellt. Gelagert war er beim Kastensteinlehen und mit einem Traktor wurde er zum Parkplatz der 750 Meter hoch gelegenen Kastensteinerwand-Alm gefahren. Dort hieß es für 15 Männer Hand anlegen und den Kometen zur Wandkante tragen.

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Der Felskopf war mit einer dünnen Schneeschicht überzogen, durch die vereinzelt blühende Schneerosen spitzten. Die Arbeit ist nicht ungefährlich, da der Kopf äußerst rutschig werden kann. »Da hatten wir schon schlechtere Zeiten«, gab es aus der Menge zu hören. 87 Glühbirnen à 15 Watt strahlen nach Bischofswiesen. Alles ist professionell vorbereitet. An einem Baum hängt ein Sicherungskasten, dort wird der Kometenstern angeschlossen. Die circa 300 Kilowattstunden Strom spendierte die vergangenen Jahre immer der Wirt der Kastensteinerwand-Alm.

Die Glühbirnen wurden kurz vor dem Aufstellen eingedreht und auf ihre Funktion überprüft. Die ein oder andere Fassung musste ausgetauscht werden. Als alle Birnen glühten, gab es einen freudigen Aufschrei unter den Männern. Mittels Seilsicherung brachten sie den Stern in Position und sicherten ihn. Eingeschaltet wird er erst am 17. Dezember beim ersten Christkindlanläuten. Dann wird er täglich bis einschließlich Hl. Dreikönig seinen Lichterschein nach Bischofswiesen strahlen. Geschaltet wird von frühmorgens 5 bis 8 Uhr und abends von 16 bis 1  Uhr.

Für die Bischofswieser Weihnachtsschützen ging die Arbeit weiter, sie stellten im Anschluss einen Christbaum an ihrem Standplatz beim Reißenfeld auf. Bernhard Stanggassinger