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Der »Tauernhof« integriert Asylbewerber durch Nachhilfe- und Freizeitangebote

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Die syrische Familie Steif mit Betreuerin Ilse Grimm. (Foto: Vietze)

Schönau am Königssee – Es ist eine Erfolgsgeschichte: Seit August 2015 sind im ehemaligen Hotel »Tauernhof« Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern untergebracht.


Unter der Leitung von Ilse Grimm bieten ehemalige Lehrkräfte Nachhilfekurse für die Asylbewerber an. Auch hinsichtlich Freizeitgestaltung wird einiges unternommen. Insgesamt ist das Betreuerteam von der Integration der Flüchtlinge im Tauernhof begeistert und einige Erfolge ließen sich bereits in manchen Familien abzeichnen.

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Derzeit halten sich Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und Nigeria im »Tauernhof« auf. Und alle nehmen die Förderangebote gerne an. Der Fokus liegt dabei auf Sprachkursen. »Gelegentlich bieten wir auch Nachhilfe in Mathematik an. Doch hauptsächlich konzentrieren wir uns darauf, dass die Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse verbessern können«, erklärt Betreuerin Ilse Grimm.

Außerdem gibt es im Haus einen sogenannten Mama-Kurs. Dieser Kurs wird täglich Müttern angeboten, die Kinder im Alter bis zu drei Jahren haben und die Unterkunft nicht ohne Weiteres verlassen können. Zusätzlich werden zwei weitere Nachhilfekurse im Haus angeboten. Grimm betont, dass alle Kurse freiwillig sind. »Wir wollen keinen Druck ausüben. Die Flüchtlinge bekommen sonst Angst zu versagen und das soll nicht passieren«, so Grimm.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Freizeitangebote. Zum Beispiel einen wöchentlichen Strickkurs für die ganze Familie. Im Sommer wird ein Schwimmkurs im Schornbad angeboten. Im vergangenen Sommer gab es 20 Teilnehmer. Von denen übrigens alle bestanden haben.

Ein Beispiel für gelungene Integration ist die syrische Familie Steif. Zwei Kinder besuchen die Mittelschule, zwei sind im Kindergarten und eines ist im Berufsgrundschuljahr. Der Vater nimmt regelmäßig an einem Integrationskurs in Bad Reichenhall teil, damit er die Voraussetzungen für einen Beruf erfüllt. Neben Deutsch macht er sich mit Fächern wie Geschichte oder Recht vertraut.

Auch die Freizeitangebote nehmen die Familienmitglieder fleißig an. So spielt beispielsweise Sohn Mohammad Fußball bei der SG Schönau. Insgesamt fühlen sie sich in ihrem Umfeld wohl. »Wir werden hier sehr gut aufgenommen und wir müssen uns keine Sorgen machen«, betont Sohn Hamsa. Das Betreuerteam zeigt sich von der Integrationsbereitschaft der Flüchtlinge begeistert. »Hier herrscht ein sehr gutes Klima. Natürlich gibt es gelegentlich Konflikte. Aber wo gibt es die nicht?«, sagt Ilse Grimm. Zudem lobt sie den Ehrgeiz und die Lernbereitschaft der Flüchtlinge, die sich beispielsweise in den guten Schulnoten der Kinder widerspiegelt.

Die Erfolge machen der Familie viel Mut. Doch sollten sie wieder ins Heimatland zurückkehren, stehen ihnen noch ganz andere Herausforderungen bevor. Nicht nur die Rückkehr zu den in Syrien verwendeten Buchstaben und Ziffern. Patrick Vietze