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Der WM-Titel ist greifbar nahe

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Helmut Kurz (r.) und Kurt Wiebach glauben an den Titelgewinn der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Foto: Anzeiger/Wechslinger
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Auch Hans Klegraefe ist von der deutschen Mannschaft begeistert.

Berchtesgaden – Morgen Sonntag gegen Mitternacht könnte der Fußball-Weltmeister 2014 Deutschland heißen. Die Zuversicht ist nach dem glänzenden Sieg gegen Brasilien auch im Berchtesgadener Land riesengroß. So auch bei drei einheimischen Fußballkennern, mit denen der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach: Helmut Kurz, Kurt Wiebach und Hans Klegraefe.


Der ehemalige Trainer der SG Schönau, Helmut Kurz, zollt den Trainern, den Spielern und dem ganzen Umfeld des Deutschen Fußballbundes höchstes Lob. »Die Spieler haben an Taktik und Einstellung alles umgesetzt, was die Trainer vorgegeben hatten«, sagt Kurz. Dennoch schränkt er ein, dass dies in der Gruppenphase noch nicht so wie in den letzten beiden begeisternden Spielen umgesetzt worden sei.

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Den hoffnungslos unterlegenen Brasilianern wirft Kurz vor, gegen Deutschland ohne Plan und Zuordnung angerannt zu sein. Die Gastgeber hätten offensichtlich versucht, einen frühen Treffer zu erzielen, aber dieser Schuss sei völlig nach hinten los gegangen.

Gegen Argentinien erwartet Helmut Kurz ein völlig anderes Spiel. »Der Gegner wird versuchen, aus einer verstärkten Abwehr zu kontern«, meint der Fußballkenner. Ein Garant für die deutsche Elf sei der stets mitspielende Schlussmann Manuel Neuer, der die Aktionen des Gegners voraussehe und damit der Abwehr viel Sicherheit gebe. Helmut Kurz: »Wenn die Deutschen einen guten Tag erwischen, dann sollte dem Gewinn des vierten Weltmeistertitels nichts entgegen stehen«. Kurz schätzt die Chancen Deutschlands gegen Argentinien auf 80:20 ein.

Der ehemalige Bundesligatrainer und Manager des FC Red Bull Salzburg, Kurt Wiebach, glaubt ebenfalls an Deutschland, zumal er von Taktik und Spielkultur der anderen Mannschaften enttäuscht ist. Dass es die deutsche Mannschaft bis ins Endspiel geschafft hat, lag Wiebachs Meinung nach daran, dass das Management aus den letzten verlorenen Spielen bei Großereignissen ihre Schlüsse gezogen hat und anders aufgetreten ist. Um am Sonntag tatsächlich den WM-Titel einzufahren, müsse sich die deutsche Mannschaft auf ihre mentale Stärke und ihre eine große taktische Disziplin besinnen.

Auf das großartige Spiel der Deutschen gegen Brasilien angesprochen, zeigt sich Wiebach erstaunt: »Es war absolut undenkbar, dass Deutschland die Gastgeber derart zerlegen würde. So etwas erlebt man wohl nie mehr«. Brasiliens Dilemma führt der Meistertrainer darauf zurück, dass die Gastgeber zu übermotiviert gespielt hätten und darüber andere wichtige Eigenschaften vergessen hätten. Bis zum Ausfall von Neymar sei das Spiel völlig auf den Supermann zugeschnitten gewesen. »Immer, wenn sie nichts mehr wussten, spielten sie den Ball zu Neymar«, sagt Kurt Wiebach. Doch gegen Deutschland fehlte dieser geniale Mann und so hielten die Gastgeber dem psychischen Druck nicht mehr stand.

Nun ist Wiebach auch für das Endspiel optimistisch. »Wenn die deutsche Mannschaft ihre Linie beibehält, dann wird sie auch Weltmeister«, prophezeit der Schönauer, der froh ist, dass der Endspielgegner nicht Niederlande heißt.

Hans Klegraefe ist gerade in die Spiele der Deutschen sehr involviert, weil sie im von ihm betriebenen Kino im Kongresshaus auf der Großleinwand übertragen werden. Freilich erwartet Klegraefe nun auch am Sonntag einen Riesenandrang vor allem vom Jugendlichen. Wie viele andere Fußballfreunde, war auch Hans Klegraefe, Fußballabteilungsleiter beim TSV Berchtesgaden, in der Einschätzung der deutschen Mannschaft etwas zurückhaltend. Inzwischen ist er von der Leistung und Spielweise sehr angetan. Klegraefe führt wie Wiebach die brasilianische Katastrophe auf die Übermotiviertheit der Südamerikaner zurück. Die frühen Gegentore hätten sodann das Spiel der Gastgeber gelähmt. »Mir haben die Brasilianer schon zur Halbzeitpause Leid getan. Ich fand es aber auch teilweise grenzwertig, wenn ich das Volk und auch noch Gott vorschiebe. Eigentlich soll Fußball gespielt werden und der Bessere möge gewinnen«, urteilt Klegraefe. Nun sieht der Schönauer große Chancen für die deutsche Mannschaft, den Weltmeistertitel zu holen. Als Vorteil der Deutschen sieht er, dass sie durch Einwechslungen von Spielern bisher immer stärker geworden seien. Nun hofft er, dass im Endspiel Mertesacker und Schürrle von Beginn an spielen. Der Fußballkenner: »Bisher hat Trainer Jogi Löw alles richtig gemacht und viele angebliche Kenner Lügen gestraft. Ich hoffe, das gilt auch für das Finale«. Christian Wechslinger