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Die Aschauerweiherstraße bekommt ihren Kreisverkehr

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Die Abzweigung Rostwaldstraße befindet sich im geplanten Ausbaubereich für die Aschauerweiherstraße. Hier soll ein Kreisverkehr mit rund 30 Metern Durchmesser entstehen. (Foto: Kastner)

Bischofswiesen – Die Aschauerweiherstraße in Bischofswiesen wird vermutlich ab Herbst 2019 zwischen Gattermannlehen und Aschauerweiherbad auf 6,50 Meter Breite ausgebaut. Darüber informierte Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein den Gemeinderat Bischofswiesen in seiner Dienstagsitzung.


Die Lokalpolitiker erfuhren auch, warum für die Abzweigung Rostwaldstraße sogar der Bau eines kleinen Kreisverkehrs geplant ist. Die Aschauerweiherstraße sei im Bereich zwischen Gattermannlehen und der Langlaufunterführung beim Aschauerweiherbad zu schmal, nur teilweise mit Geh- und Radweg ausgestattet, sie habe eine schlechte Linienführung und die Tragfähigkeit sei nicht ausreichend, erklärte Bambach den Gemeinderäten.

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Wegen der Unfallhäufung, insbesondere auch in der engen Kurve an der Abzweigung Rostwaldstraße, wolle man hier tätig werden. Auch wenn die Verkehrsbelastung mit durchschnittlich 3 000 Fahrzeugen am Tag nicht sehr groß sei, so habe die Straße doch eine erhebliche Bedeutung.

Geplant ist der Ausbau zwischen Gattermannlehen und dem Bereich hinter dem Aschauerweiherbad, wo die Straße ins freie Gelände übergeht. Die Straßenbreite wird laut Bambach künftig 6,50 Meter betragen, in einem Abstand von 2,50 Metern soll ein 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg angelegt werden. Der wird künftig an der Straße entlang und nicht mehr durch den Wald führen.

Eine Begradigung der Straße sei nicht möglich, sagte Bambach. Man will aber an den Höhenverhältnissen und am Geländeumgriff etwas verändern. So sei eine Anhebung des Straßenniveaus oberhalb des Aschauerweiherbads erforderlich, damit der an der Abzweigung Rostwaldstraße geplante Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 30 Metern waagerecht wird. »Wenn wir hier keinen Kreisverkehr, sondern eine Abbiegespur bauen würden, dann wären enorme Flächen für die Sichtdreiecke erforderlich«, begründete Bambach die Lösungsvariante und warnte: »Das wäre ein sehr großer Eingriff in das Gelände«. Außerdem müssten die Flächen für die Sichtdreiecke dauerhaft von der Gemeinde freigehalten werden, was kaum möglich sei. Und noch einen Vorteil sah Martin Bambach im Kreisverkehr: Die Fahrgeschwindigkeiten würden sich reduzieren, weil die Verkehrsteilnehmer bei der Einfahrt in den Kreisel abbremsen müssen.

Gespräche mit den Grundeigentümern wegen der Grundabtretung habe man bereits geführt. Bambach geht davon aus, dass es hier keine Probleme geben wird, der Grunderwerb vom Forst sei bereits abgeschlossen. Falls die rechtlichen Voraussetzungen bis dahin gegeben seien, kann sich Bambach einen Baubeginn eventuell im September nächsten Jahres vorstellen. Man könne dann bis Weihnachten bauen und das Projekt im Frühjahr 2020 fortsetzen. Man würde dann in der Sommersaison 2020 aussetzen und den Ausbau im Rahmen eines zweiten Abschnitts im Herbst 2020 vollenden. »Ohne Vollsperrung ist das jedenfalls nicht vorstellbar«, sagte Martin Bambach.

Die Gemeinderäte begrüßten das Projekt weitgehend und hatten dazu weitere Wünsche. So regte Thomas Resch (Freie Wähler) ein Tempolimit auf 50 km/h an und erinnerte an die Anlegung einer Ausweiche zum Fotografieren auf Höhe Gattermannlehen. Bernhard Heitauer (CSU) ist nach eigenen Worten »begeistert, dass das Staatliche Bauamt das Thema so couragiert angeht«. Heitauer hob die Wichtigkeit des Ausbaues vor allem für den Schwerlastverkehr hervor und freute sich auch über die Ankündigung Bambachs, die Straßenkuppe auf Höhe Aschauerweiher aus Verkehrssicherheitsgründen um rund drei Meter abzutragen.

Als »geniale Lösung« bezeichnete Hans Metzenleitner (SPD) den Kreisverkehr. Er forderte aber Überlegungen, wie künftig Raserei vor allem vor dem Aschauerweiherbad verhindert werden kann. Eine gewisse Notwendigkeit für das Projekt wollte zwar auch Paul Grafwallner (UBB) erkennen. Der allgemeinen Begeisterung konnte er sich in dieser Deutlichkeit aber nicht anschließen. Immerhin seien die Eingriffe in die Natur gravierend, vor allem an die Amphibienwanderung müsse man denken. Dafür forderte Grafwallner ein Gesamtkonzept. Auch das Problem des wilden Parkens entlang der Straße müsse man lösen.

Wolfgang Fegg (CSU) machte sich vor allem Sorgen um die Bäume an der Abzweigung Rostwaldstraße. Die dortige Tratte sei ein kulturhistorisches Gut und eine Biotopfläche, die man unbedingt bewahren müsse. »Wir werden eine Lösung finden, die die Bäume dort nicht schädigt«, versicherte Bambach. Ulli Kastner

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