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Die deutsche Sprache besser lernen

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Projektleiterin der Bildungspaten, Christine Schwaiger, hat dem »Berchtesgadener Anzeiger« Rede und Antwort gestanden. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Bildungspaten werden aktuell landkreisweit gesucht. Sie helfen jenen, die Hilfe benötigen, vor allem Asylbewerbern – etwa beim Lesen, beim Schreiben, beim gegenseitigen Kennenlernen anderer Kulturen. Projektleiterin ist Christine Schwaiger. Der »Berchtesgadener Anzeiger« hatte Gelegenheit, sich mit ihr zu unterhalten.


Mehrere Hundert Flüchtlinge leben aktuell im Berchtesgadener Land. Bildung gilt als wichtiger Schlüssel, Asylbewerber zu unterstützen. Deshalb sucht die Freiwilligenagentur derzeit sogenannte Bildungspaten. Was kann man sich darunter vorstellen?

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Christine Schwaiger: Die Bildungspaten sind ein Projekt des Mehrgenerationenhauses »Kontakt« in Freilassing. Das Mehrgenerationenhaus setzt sich für einen generationenübergreifenden Dialog zwischen jungen und alten Menschen ein und wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Stadt Freilassing. Träger des Mehrgenerationenhauses ist die gemeinnützige Jugendhilfeorganisation Startklar.

Bildungspaten sollen Kleingruppen leiten. Welches Ziel wird dabei verfolgt?

Schwaiger: Wir haben auf der einen Seite viele Kinder, die nur sehr geringe Deutschkenntnisse besitzen. Auf der anderen Seite Einheimische, die die Sprache der Kinder nicht verstehen. Dies kann zu Missverständnissen führen. Die Überlegung geht dahin, neben der Einzelunterstützung auch teilweise Eltern von ausländischen Kindern, die zumindest über einen Grundwortschatz in Deutsch verfügen, gemeinsam mit Einheimischen in einer Kleingruppe zusammenzubringen. Das hätte den Vorteil einer besseren Verständigung und auch eines gemeinsamen Lernens der deutschen Sprache mit den Eltern.

Wer kann Bildungspate werden? Welche Voraussetzungen gibt es?

Schwaiger: Bildungspaten können Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und jeden Standes sein. Sie sind Personen, die sich ehrenamtlich in Schulen engagieren und dort, in Absprache mit dem jeweiligen Lehrer, Kinder und Jugendliche in verschiedenen Fächern unterstützen. Der Schwerpunkt liegt derzeit, vor allem in der Grundschule, auf dem Fach Deutsch. Einzelne Kinder, aber auch kleine Gruppen von drei bis vier Kindern üben mit den Bildungspaten Lesen und Schreiben. Bei fremdsprachigen Kindern ist natürlich der Aufbau des Basiswortschatzes ein großer Bestandteil der Tätigkeit.

Bildungspate kann also jeder werden, der gerne mit Kindern arbeitet, fremden Kulturen gegenüber aufgeschlossen ist und Zeit zur Verfügung hat. Das Altersspektrum bewegt sich von 18 bis über 90 Jahre. Unsere Bildungspaten brauchen alle ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis.

Sie suchen vor allem Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen. Um welche Sprachen handelt es sich dabei?

Schwaiger: Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig, da ja auch einheimische Kinder unterstützt werden. Englisch, Italienisch, Russisch, Polnisch, Spanisch, Albanisch, Kroatisch, Griechisch. Die Liste ließe sich lange fortführen und ändert sich immer wieder.

Wie groß ist der zeitliche Aufwand, mit dem man rechnen muss?

Schwaiger: Ab etwa eine Stunde pro Woche aufwärts ist alles denkbar. In der Schule erfolgt der Einsatz meist vormittags, außerschulisch kann er auch nachmittags stattfinden. Das wird im Bedarfsfall geklärt.

Am Mittwoch, 26. November, um 15 Uhr findet im Lehrerzimmer der Grundschule Freilassing (Eingang Georg-Wrede-Platz 1) ein Informationstreffen für alle statt, die sich vorstellen können als Bildungspate tätig zu werden. Nähere Informationen gibt es bei Projektleiterin Christine Schwaiger unter Telefon 08654/585175 oder unter E-Mail: schwaiger@startklar-jugendhilfe.de. Kilian Pfeiffer