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Die ersten Riesenfiguren der Berchtesgadener War schmücken bereits den Markt

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Bildhauer Ernst Huber hat in den letzten Wochen die großformatigen Ausstellungsstücke aufwendig saniert.
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Ob Oaschpfeifenrössl, Engerl oder Hühnersteige – die Vielfalt der großformatigen Ausstellungsstücke beim Berchtesgadener Advent ist groß. Foto: Anzeiger/Sommer
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Letzte Risse werden gekittet.

Berchtesgaden – Ein Jahr lang haben sie in der Dunkelheit des »Edelweiß«-Lagers auf ihren Einsatz gewartet: Seit gestern schmücken die ersten Berchtesgadener-War-Ausstellungsstücke von Schnitzer Ernst Huber wieder den Berchtesgadener Markt. Die überdimensionalen, in den letzten Monaten sanierten Kunstwerke sind die prägende Dekoration für den am Donnerstag beginnenden Berchtesgadener Advent.


Wer mit offenen Augen durch den Markt geht, dem fallen seit einigen Tagen die Vorbereitungen für den Berchtesgadener Advent 2013 auf. Seit gestern sind die Veränderungen ohnehin unübersehbar: Der von Ernst Huber geschaffene Berchtesgadener Christbaumschmuck im XXL-Format prägt bereits viele zentrale Stellen in der Fußgängerzone.

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Bildhauer Huber ist der einzige Holzkünstler, der diese Unikate herstellt. 2010 hatte er den ersten Auftrag erhalten. 22 Stück waren es damals. Ein erheblicher Aufwand, schließlich fallen über 45 Arbeitsstunden pro Exemplar an. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Zuwachs langsam vonstatten geht. 35 überdimensionale Ausstellungsstücke sind es heuer.

Die Figuren werden von der Berchtesgadener Advent GmbH geordert und sind somit Spezialanfertigungen nur für den Adventsmarkt. Wer hofft, sie privat zu erwerben, muss enttäuscht werden, wie Huber erklärt.

Dabei war die Motivwahl nie ein Problem. Tatsächlich entspricht das Äußere der Figuren eins zu eins dem Vorbild des traditionellen Holzschmucks, wie er viele heimische Christbäume ziert. Allein der Maßstab, der laut Huber 1:10 beträgt, unterscheidet sie voneinander.

Dabei hat der Bildhauer mehr damit zu tun, die vorhandenen Figuren auszubessern als neue zu schaffen; der Temperaturunterschied bei der Verlagerung der Holzkunstwerke von der warmen Lagerstätte in die kalten Novemberluft tut dem Holz nicht gut und verursacht Risse, die es zu kitten gilt. Ohne das speziell für die Holzkunst geeignete robuste Weymouth-Kiefernholz wären die Schäden wohl noch wesentlich größer. Doch auch so hat Ernst Huber vor allem in den letzten Wochen vor dem Adventmarkt alle Hände voll zu tun. »Holz ist nun einmal kein sehr beständiger Werkstoff«, sagt Ernst Huber.

Während in dem restlichen Jahr die Arbeiten an den »kommerziellen« Produkten wie Heiligenfiguren und Engel die meiste Zeit in Anspruch nehmen, so widmete sich Huber letztlich ausschließlich den großen Adventmarktfiguren mit Anstreichen und Kitten. Doch darüber ist der Marktschellenberger gar nicht so unglücklich: »Das bringt auch Abwechslung in den Bildhaueralltag«, sagt Huber, als er gerade mit Holzkitt und Spatel einem Berchtesgadener Engel zu neuer Schönheit verhilft.

Der berufliche Alltag des Marktschellenberger Bildhauers sieht nämlich ein wenig anders aus. Standardwerke sind beispielsweise wesentlich kleinere geschnitzte Krippenfiguren, Madonnen oder Kruzifixe. Da hat Ernst Huber große Erfahrung, denn der Familienbetrieb besteht mittlerweile seit über 70 Jahren. Motive muss sich der Künstler da nicht ständig neu einfallen lassen. »Es gibt bereits so viele verschiedene Motive, da muss man nicht ständig alles neu erfinden«, sagt Huber. Religiöse und nicht-religiöse Motive halten sich die Waage: Eine Madonna hier, ein Bergsteiger da. Natürlich kann der Kunde auch eigene Vorstellungen und Skizzen seines Wunschobjekts mitbringen.

Aber die meisten Menschen dürften damit zufrieden sein, dass die Berchtesgadener War aus der Huber'schen Werkstatt zu einem wesentlichen Merkmal des Berchtesgadener Advents geworden sind. ls