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Die künstlerischen Jäger

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Etwa acht Arbeiten von Bernd Pöppelmann werden in der Wildlife-Ausstellung vertreten sein. Sehr wahrscheinlich auch das Ölbild »Im Hochgebirge, Steinbock«.
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Peter Reimers hat schon viele Ausstellungen nach Berchtesgaden gebracht. Die nächste ist ihm immer die wichtigste. (Fotos: privat)

Berchtesgaden – Der Kunstaustausch zwischen Oldenburg und Berchtesgaden hat mittlerweile das Prädikat »traditionell« verdient. Was heißt, dass Ausstellungen konzipiert werden, die in Oldenburg und Berchtesgaden gleichermaßen gezeigt werden. Und in der Regel für Furore sorgten. Berchtesgadener Künstler präsentierten ihre Arbeiten im Norden, die aus Oldenburg und Umland brachten ihre Bilder und Skulpturen in den Alpenraum. Zuletzt war das Staunen verbreitende farbenfrohe Scherenschnitt-Geflügel von Heidi Beilstein im Adelsheim zu sehen. Alle diese Präsentationen sind vor allem mit einem Namen verbunden: Peter Achaz Reimers, ein norddeutscher Mensch, der sich auch im Süden wohl und heimisch fühlt und der gern Nahtstellen anlegt zwischen beiden Regionen. Sein neuestes Projekt ist eine Werkschau der Wildlife Art, Tierkunst, die ab dem 23. September 2016 im Museum Schloss Adelsheim zu finden sein wird.


Was gut werden soll, braucht mitunter einen langen Vorlauf. Das gilt uneingeschränkt für gute Ausstellungen. Peter Reimers hat vor Monaten Kontakte geknüpft zum National Museum of Wildlife Art of the United States in Jackson Hole, Wyoming, in dessen Beständen rund 550 Wildlife-Art-Künstler vertreten sind. Der Kurator Adam Duncan Harris hat Reimers Unterstützung zugesagt wie auch Dr. Peter-René Becker, Direktor des Oldenburger Landesmuseums Natur und Mensch, bei dem die Hauptfäden zusammen laufen und der signalisierte, dass alles gut voran gehe. In seinem Museum wird die erwähnte Ausstellung von Mai bis September 2016 gezeigt werden.

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Nach bisherigem Stand sind es wahrscheinlich neun Künstler, die ausgewählt wurden und die sich im Kunstgenre Wildlife Art weltweit zur arrivierten Schicht zählen dürfen. Nach Auskunft Peter Reimers sind es der Engländer David Shepherd, der Niederländer Robin Shillcock, Carl Brenders aus Belgien, der westfälische Maler Bernd Pöppelmann, Maler Bodo Meier aus Siegen, die aus dem Allgäu stammende Bildhauerin Gabriele Haslinger, der auf der Nordseeinsel Wangerooge geborene Maler Harro Maass, der Schwede Kent Ullberg und der britische Bildhauer Simon Gudgeon, die im kommenden Jahr ihre Arbeiten in Oldenburg und Berchtesgaden präsentieren werden.

Genau genommen, ist die im Entstehen begriffene Ausstellung eine Fortsetzung der Präsentation des weltbekannten schwedischen Vogelmalers Lars Johnsson, dessen Bilder vor Jahren auch auf Betreiben von Peter Reimers in Nord und Süd gezeigt werden konnten. Wie damals und bei den anderen Projekten, in denen beispielsweise Arbeiten des weltbekannten Bildhauers Gerhard Marks, der auf dem Obersalzberg zeitweilig im Haus der Schwiegereltern lebte, oder Reimers Landsmann Klaus Beilstein, der von Reimers Anwesen am Faselsberg aus das Berchtesgadener Land erkundete und es in künstlerisch, manchmal humoriger Weise mit den Zuständen und Menschen des Nordens verglich, ist Peter Reimers derzeit, soweit es sein Gesundheitszustand zulässt, mit der Beschaffung von finanziellen Mittel für die Ausstellung befasst.

Immerhin wird einschließlich der Kosten für den begleitenden Katalog ein knapp sechsstelliger Betrag benötigt, um die Idee der Wildlife-Art-Schau zur Realität werden zu lassen. Erfahrungsgemäß waren es bisher eher und großzügiger die Norddeutschen, denen das Wort Kunst die Beutel gelegentlich weit öffnete. Diesmal, das haben Gemeinde und vor allem Landkreis, vertreten durch Landratsstellvertreter Rudolf Schaupp, bei der letzten Vernissage, versichert, soll es anders sein, das südliche Engagement soll verstärkt werden.

Eigentlich ist Wildlife Art, die Tierkunst, eine der frühesten Kunstformen. Man denke beispielsweise an Höhlenzeichnungen oder Darstellungen an Felswänden. In vielen Ländern, in den USA und Kanada, aber auch im europäischen Raum, ist das Genre weitverbreitet und erzielt auf den Kunstmärkten hohe Preise. In Deutschland ist dies noch nicht so. Vielleicht, weil bisher röhrende Hirsche und durch die Suhle watende Wildschweine in heimischen Wohn- und Schlafzimmern die Kunstwelt spalteten. Mit dieser Art von Malerei hat Wildlife Art nicht das Geringste zu tun. Auch deshalb darf man sich auf die Reimers-Präsentation im kommenden Spätsommer freuen. Dieter Meister