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»Die Mittelschule gehört ins Mittelzentrum«

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Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob fordert, dass die Mittelschule in Berchtesgaden bleibt. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Berchtesgadens Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob ist bestürzt darüber, dass der Mittelschulstandort Berchtesgaden aufgegeben werden soll. »Die Mittelschule gehört ins Mittelzentrum«, stellt der Dekan klar. Außerdem wehrt er sich im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« über die derzeit in Kommunalpolitikerkreisen kursierende Verschwörungstheorie, er würde von seinem Verwaltungsleiter Michael Koller, der gleichzeitig für die Freien Wähler im Marktgemeinderat sitzt, instrumentalisiert. Oder umgekehrt.


Dass die Berchtesgadener Mittelschüler künftig nach Bischofswiesen fahren müssen, findet Pfarrer Frauen gar nicht gut. Der »Mehrheitswille der Bevölkerung« werde mit dieser Entscheidung »völlig übergangen«. Außerdem liefere das bisher vorgelegte Zahlenmaterial keine ausreichende Basis für so eine weitreichende Entscheidung. Zudem fühle sich der Thomas Frauenlob »schlecht informiert«. »Das ist ein abgekartetes Spiel unter dem Deckmantel der Transparenz«, ärgert sich der Pfarrer. Die Standortschließung sei »ein schlechtes Signal« für die ohnehin als »Restschule« verunglimpfte Mittelschule. Vielmehr solle man sie besser fördern. Den Schülern müsse man vermitteln, dass sie etwas wert seien. »Ich war selber Hauptschüler und weiß, wovon ich rede«, so Frauenlob. Außerdem sei der Dekan seit Jahrzehnten in der Bildung tätig. Wenn es um die Zukunft der Kinder und damit die der Gesellschaft gehe, könne man nicht nur anhand von wirtschaftlichen Aspekten entscheiden. Dr. Thomas Frauenlob betont: »Eine Mittelschule gehört ins Mittelzentrum.« Und fügt hinzu: »Die Qualität der Mittelschule Bischofswiesen stelle ich selbstverständlich nicht infrage.«

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Während Frauenlobs Verwaltungsleiter, FW-Fraktionssprecher Michael Koller, über die aktuell kursierenden Verschwörungstheorien lachen kann, findet sie der Gottesmann nicht lustig. Von der Verschwörungstheorie gibt es zwei Varianten. Die eine geht davon aus, dass Koller den Pfarrer für seine Ziele als Sprachrohr instrumentalisiert. In der anderen Variante ist die Rollenverteilung umgekehrt.

Generell kritisieren Kommunalpolitiker verschiedener Parteien, dass sie als Entscheidungsträger zu einem Informationsabend des Elternbeirats in der Mittelschule Berchtesgaden nicht eingeladen wurden. Thomas Frauenlob stellt deshalb klar: »Ich wurde zu dieser Veranstaltung des Elternbeirats kurzfristig eingeladen. Und wenn ich wo eingeladen werde, gehe ich auch hin.« Es sei bekannt, dass er parteipolitisch neutral sei. Außerdem habe er die Veranstaltung als interessierter Bürger, der »zufällig auch Pfarrer« ist, besucht. Christian Fischer

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