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Die Perscht streift schrill schreiend durch die Oberau

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Berchtesgaden/Oberau (B. St.) – Sieben Hexen tanzten am Vortag der Rauhnacht zum 6. Januar »Am Woferlbiei« in der Oberau. Sie gaben schrille Schreie von sich, bis die Haustüre beim Siegellehen geöffnet wurde. Der Hexenbrauch hat den Sinn, Ordnung zu schaffen in und um die Häuser. Denn man sagt, in der Rauhnacht kommt sonst die Oberperscht, schneidet den Kindern den Bauch auf und näht das herumliegende Spielzeug ein. Drei Dirndl und vier Buben, verkleidet als Hexen mit Stroh- und Reisigbesen, ziehen deshalb vor der Raunacht um die Bauernhäuser und schauen nach dem Rechten. Wo es etwas zum Zusammenkehren gibt, tun sie ihre Pflicht. Die sieben Junghexen waren nur am Vormittag in der Oberau unterwegs. Am Abend machten sich noch als Hexen verkleidete Erwachsene zum Pechhäusl auf den Weg. »Feriengäste und 'Zuagroaste', die den Brauch nicht kennen, haben auch die Türe nicht aufgemacht«, erzählte eine junge Hexe. Lustig fanden es die Hexen, als ein kleines Kind die Haustüre öffnete und auf der Stelle nach der Mama schreiend ins Haus floh. Eine andere Frau stand gerade unter der Dusche, als die Hexen kamen. Sie rief durch das gekippte Badezimmerfenster, aus dem der Dampf stieg: »Bitte kommts später noch einmal.« Die Perscht schrie dem Fischer Rudi vom Siegllehen noch ein »Vergelt's Gott« zu, und die tanzende Hexenschar verschwand so schnell, wie sie gekommen war, um beim nächsten Haus mit ihren Besen alles Schlechte wegzufegen. (Foto: B. Stanggassinger)


 
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