weather-image
23°

»Die Schildbürger von Bischofswiesen«

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Platt gemacht: Den Abriss des Bischofswieser Rathaus bedauert die heimische FDP noch immer. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Die FDP-Mitglieder des Ortsverbands Berchtesgadener Tal hielten kürzlich ihre turnusgemäße Mitgliederversammlung ab. Dabei war unter anderem der Abriss des Rathauses von Bischofswiesen Thema: »Der Abriss war nicht nötig und ist ein Schildbürgerstreich«, machte Ortsvorsitzender und Kreisrat Armin Nowak deutlich.


»Jetzt stellt sich heraus, dass die Sparkasse gar nicht in das vermutlich erst in fünf Jahren fertiggestellte Bürgerzentrum einziehen will«, so Nowak. Darüber kann Nowak nur den Kopf schütteln: »Dass in fünf Jahren aber die Baukosten erheblich höher sind, spielt für die Verantwortlichen offensichtlich keine Rolle.«

Anzeige

Geplant war, dass das neue Bürgerzentrum inklusive Bürgersaal neben der Touristinfo, einer Bücherei und einer Bankfiliale, auch ein Café, ein Trauzimmer, sowie Räume für die Gemeindeverwaltung Platz bieten sollte. Dies sei auch Grundlage des Bürgerentscheides gewesen, so Nowak. Die Bürger seien nicht voll informiert gewesen, so der Ortsvorsitzende weiter. »Hätten sie gewusst, dass der große Raumbedarf für die Bank nicht notwendig ist, wäre der Ratsentscheid im September 2017 vielleicht anders ausgefallen. Jetzt tauschen Sparkasse und Touristinfo noch die Geschäftsräume, damit die Sparkasse im März 2019 einmal und die Touristinfo zweimal wieder umziehen muss.« Die FDP-Mitglieder waren sich aber einig, dass man jetzt nichts mehr ändern kann, da durch den voreiligen Abriss Tatsachen geschaffen worden waren, obwohl die Abstimmung mit 52:48 sehr knapp gewesen war.

In der Folge verwies Nowak darauf, dass die Forderung der FDP, die ursprünglich geplante Einbahnregelung am Hallthurm durch eine Umfahrung über den Maximiliansreitweg indirekt Erfolg hatte, da der öffentliche Druck offensichtlich so groß wurde, dass die Verantwortlichen eine neue Lösung gefunden haben und man nun auch ohne Einbahnregelung auskommt.

Abschließend bedauerte Nowak das Aus für ein zeitgemäßes bayerisches Ladenschlussgesetz, das durch die CSU-FW-Koalition nun für weitere fünf Jahre begraben ist. »Viele Händler, vor allem inhabergeführte Kleinbetriebe, verharrten nun jahrelang in einer Art Schockstarre. Dies in der Hoffnung, dass die bayerische Staatsregierung endlich etwas gegen die Ungerechtigkeit und gegen die unverständlichen Regelungen, gerade in touristischen Gebieten, tut. Diese Hoffnung wurde nun leider zerschlagen«, so Nowak. fb