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Die Sonne im Herzen haben – Kirchweih am Königssee gefeiert

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Eine Ehrensalve für die Wirtsleute von Bartholomä. Weitere Bilder gibt es unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Kranzniederlegung an der Falkensteinerwand.
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Die Musikkapelle Maria Alm auf dem Weg zum Fischer.
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Die Almer Dirndl ließen es beim Fischer richtig krachen.

Schönau am Königssee – Es regnete am Bartholomä-Kirchweihsonntag und die Natur zeigte sich herbstlich. Der erste Schnee lag auf den Bergen und die Kastanienbäume waren schon gefärbt und trugen Früchte. Der Königssee schillerte in beinahe karibischen Farben.


Mit drei Salven, abgefeuert am Reitl, eröffneten die Königsseer Weihnachtsschützen das Kirchweihfest. Zugleich nahm die Trachtenmusikkapelle Maria Alm Aufstellung und zog musikalisch in die Kirche von St. Bartholomä zur heiligen Messe ein. Am Turm des Kirchleins wehte die Kirchweihfahne.

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Leider könne der Gottesdienst nicht draußen vor der Kulisse des Watzmanns gefeiert werden, bedauerte Pfarrer Herwig Hoffmann. Aber immerhin hatte man nun in der Kirche das Bild des heiligen Bartholomäus vor Augen. Die Kirche war nach ihrem Bau am Sonntag nach Bartholomä geweiht worden und deswegen sind Patrozinium und Kirchweih so nah beieinander. Der Kirchweihgottesdienst ist außerdem der Lob- und Dankgottesdienst der Bergknappen und deshalb begrüßte der Pfarrer als erstes die Bergknappen vom Salzbergwerk Berchtesgaden. Er würdigte und begrüßte ebenso die Wallfahrer, die am Vortag über das Steinerne Meer nach Bartholomä gekommen waren. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm dann auch die Musikkapelle Maria Alm.

Stille hören und Natur genießen bei familiärer Wallfahrt

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In der Predigt von Pfarrer Herwig Hoffmann ging es darum, dass viele Leute von der Kirche weglaufen würden. »Alle mit guten Gründen.« Weil Jesus die »Worte des ewigen Lebens« habe, gehe es jedoch mit dem verbleibenden kleinen Häufchen weiter, so der Pfarrer. Mit dem Lied »Großer Gott wir loben dich« wurde der Festgottesdienst beendet.

Einheimische von »drent und herent« (Maria Alm und Berchtesgaden) waren so ziemlich unter sich, denn Touristen waren an diesem Tag nur wenige auf der Halbinsel. Die Musikkapelle marschierte nach dem Gottesdienst (fast ohne Zuschauer) am See entlang und zurück zum Fischer Thomas Amort, der mit seiner Familie und Freunden zur Begrüßung parat stand und ein Ehrenständchen bekam.

Die Königsseer Weihnachtsschützen schossen vor der Gaststätte den Wirtsleuten Heidi und Markus Amann eine Ehrensalve. Zum Mittagsessen im Saal des Gasthauses gaben die Almer Musikanten ein Konzert und im Anschluss spielten die Gerer Musikanten den Kirchweihtanz. Es wurde fleißig getanzt und die Aktiven des GTEV D'Funtenseer zeigten Schuhplattler.

Am Nachmittag besserte sich das Wetter und die Gerer Musikanten wechselten ins Freie. Gegen 16.30 Uhr verabschiedeten sich die Almer und fuhren mit einem Sonderboot zur Falkensteinerwand. Veronika Zechmeister übernahm vom Wallfahrerschiff einen Kranz und Elisabeth Fegg ruderte einen Landauer zur Felsenwand. Veronika Zechmeister befestigte den Kranz neben dem roten Kreuz und die Musiker spielten einen Trauermarsch.

Pater Kajetan betete und erinnerte an die Verunglückten des Jahres 1681 an der Falkensteinerwand. Abschiedsworte gab es von Bürgermeister Hannes Rasp. »Wenn man auf dem Boot der Almer von St. Bartholomä zur Seelände mitfahren darf, lohnt es sich, Bürgermeister zu sein«, sagte der Rathauschef und wünschte einen guten Nachhauseweg. Alois Gadenstätter, Bürgermeister von Maria Alm, ging in seinen Abschiedsworten auf das schlechte Wetter ein. Er erinnerte daran, was der Pfarrer während der Wallfahrt gesagt hatte: »Dass man die Sonne im Herzen haben muss.«

Hilde Gerg (Graßl), Richard Lenz, Michael Grießer und Pater Kajetan hatten an der Seelände die Ehre, verschiedene Musikstücke während eines Standkonzertes zu dirigieren, bevor die Almer mit Bussen wieder nach Hause auf die andere Seite des Steinernen Meeres fuhren. Bernhard Stanggassinger