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Die Vernunft siegt am Schachernkreuz

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Das Schachernkreuz gehört jetzt wieder alleine der Kreuzigungsgruppe. Die Werbeschilder in den Fenstern sind entfernt, der wochenlange Streit mit dem verantwortlichen Mieter scheint beigelegt. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Der Streit um die Werbeschilder am sogenannten Schachernkreuz im Nonntal scheint erst einmal beigelegt. Der Hausmeister hat die Schilder mit der Aufschrift »Flying Organic« letzte Woche auf Anweisung des Vermieters entfernt. Und der für die Aktion verantwortliche Mieter Heiko Dosseh soll nach einem Gespräch mit Michael Koller eingelenkt haben.


Heinz Krawinkel und Michael Koller hatten, wie berichtet, das sogenannte Schachernkreuz im Nonntal vor Kurzem liebevoll wieder hergerichtet. Die Kreuzigungsgruppe aus dem 17. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz. Doch dann das: Der neue Mieter, der in der Wohnung direkt hinter dem Denkmal wohnt, hatte zwei Autoschilder mit der Aufschrift »Flying Organic« in die Fensterrahmen gestellt. Nach eigenen Aussagen, um damit weisheitsliebende Menschen auf seine Homepage zu locken. Michael Koller und Heinz Krawinkel waren erst einmal sauer, Appelle an den 41-Jährigen halfen nichts. Zuletzt war sogar das Landratsamt in die Angelegenheit involviert, das sich laut Pressesprecher Stefan Neiber um eine »gütliche Lösung« bemühte.

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Die scheint es nun tatsächlich zu geben. Allerdings hatten einige Einheimische zuvor gehörig Druck gemacht. Heinz Krawinkel hatte Heiko Dosseh eine Frist bis letzten Donnerstag gesetzt. Wenn die Schilder bis dahin nicht entfernt worden wären, hätte Krawinkel sie einfach mitgenommen und sich dann bei der Polizei als Dieb selbst angezeigt. »Vielleicht hätte ich dann mildernde Umstände bekommen«, sagt Krawinkel schmunzelnd.

Doch so weit kam es schließlich nicht. Vielmehr schickte auf Anraten der Marktgemeinde Berchtesgaden und des Landratsamtes der Vermieter seinen Hausmeister, um die Schilder zu entfernen. Gleichzeitig appellierte Michael Koller in einem Gespräch noch einmal an die Vernunft des Mieters. »Es sieht so aus, als ob der Mann eingelenkt hat«, sagt Heinz Krawinkel. Der ist freilich froh über die aktuelle Entwicklung, zumal er dieser Tage zusammen mit anderen noch eine Säuberungsaktion am Schachernkreuz durchgeführt hat. Jetzt ist in seinen Augen alles so, wie es sein soll. Trotzdem ist der Berchtesgadener noch ein wenig skeptisch: »Ich werde die Sache im Auge behalten«. Ulli Kastner