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Die Weihnachtsschützen haben es geschafft

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Sie können sich freuen: (v.l.) die Koglstubnmusi, Mitglieder der Agnes-Bernauer-Festspiele Straubing und der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp.
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Die offizielle Urkundenübergabe. (Fotos: B. Stanggassinger)

Berchtesgaden – Die Tradition der Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land gehört zu den zwölf Neuaufnahmen 2018 in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Die Bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Marion Kiechle, lud zu einem Festakt anlässlich der Erweiterung des Bayerischen Landesverzeichnisses am Dienstag in den Großen Saal des Neuen Schlosses Schleißheim ein.


16 Vorstände der Vereinigten Berchtesgadener Weihnachtsschützenvereine, die Vorstandschaft der Vereinigten Weihnachtschützen, Marktbürgermeister Franz Rasp, Dr. Mathias Irlinger und Ideengeber Florian Ilsanker folgten der Einladung.

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Den musikalischen Auftakt des Festabends machten die Berchtesgadener Musikanten »die Koglstubnmusi«. Die Bayerische Staatsministerin Prof. Dr. Marion Kiechle betonte, Traditionen und Bräuche könnten nur erhalten bleiben, wenn sie in den Herzen der Menschen verankert seien und im Alltag lebendig gemacht würden. Das könne man nicht verordnen oder mit Geld aufwiegen. »Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich in ihrer Heimat verwurzelt fühlen und unser immaterielles Kulturerbe weiter tragen und lebendig halten.« Es sei wichtig, dass Gesellschaft und Politik den großartigen Einsatz und seine elementare Bedeutung anerkennen. »Gestalten Sie unsere Heimat lebenswert und zukunftsfest«, forderte die Ministerin alle Geehrten in ihrer Festrede auf.

Im Rahmen des Festaktes wurden alle zwölf Traditionen beziehungsweise Initiativen von Prof. Dr. Daniel Drascek vorgestellt und in die jeweilige Thematik eingeführt. So erklärte er den Anwesenden auch, was es mit dem Brauch der Weihnachtsschützen auf sich hat. Anschließend führte die Moderatorin Traudi Siferlinger Interviews mit den jeweiligen Vertretern der Traditionen, bevor die Staatsministerin die Urkunden überreichte. Die Gesprächspartner von Siferlinger waren Rudolf Koller, der erste Vorsitzende der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes, Franz Rasp, Erster Bürgermeister des Marktes Berchtesgaden und Josef Prex, Schriftführer der Vereinigten Weihnachtsschützen.

Im Gespräch mit Rudolf Koller wollte die Moderatorin über die Mitgliederstärke der 17 Vereine Auskunft haben. Der kleinste Verein hat 60 Mitglieder, der größte 442 Mitglieder. Insgesamt sind es 3 329 Mitglieder sagte Koller, »lauter Männer« erwiderte die redegewandte Moderatorin. Das Christkindlschießen ließ sie sich von Josef Prex erklären. Ob Ostern geschossen wird, wo die Standplätze sind, ob vor dem Schießen geübt wird, wie die Regeln beim Schießen sind, ob die jungen Schützen angelernt werden und vieles mehr wollte Traudi Siferlinger vom Marktbürgermeister wissen.

Es ließ ihr auch keine Ruhe, dass nur Männer schießen, daher fragte sie noch einmal genau beim Bürgermeister nach, welcher spontan antwortete: »Ich habe die Frage nicht verstanden.« Ein Lachen ging durch den Saal. Die Moderatorin beendete ihr Interview mit den Worten: »Das Weihnachtsschießen ist was eigenes, was ganz besonderes. Wir freuen uns, wenn wir in der Weihnachtsszeit nach Berchtesgaden kommen und uns das Christkindlanschießen anhören«, und übergab an die Ministerin zur Urkundenübergabe.

Im Anschluss an die Ehrungen gab es einen Stehempfang mit musikalischer Unterhaltung. In der lauen Sommernacht im Schlossgarten und in den Schlossräumen haben sich die Bewerber noch bestens unterhalten. Weitere Fotos vom Festakt gibt es online unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Bernhard Stanggassinger