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Die Wilde Jagd vom Untersberg: "Glück hinein, Unglück hinaus"

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Foto: B. Stanggassinger

Großgmain – Zur "Wilden Jagd vom Untersberg" traf man sich heuer in Großgmain. Der Lauf findet immer am zweiten Donnerstag im Advent statt.


"Das Wilde Gjoad", die Wilde Jagd vom Untersberg ist ein uralter Brauch im Untersbergraum im Salzburger Land. Vermutlich geht das wilde Treiben auf keltische Rituale zurück, die den Gott der Stürme und der kalten Winterwinde besänftigen sollten.

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Die Heimat-und Brauchtumsgruppe Jung Alpenland veranstaltete am Donnerstag den Lauf. Streng geheim wurde der Ort gehalten. In diesem Jahr entschied man sich für Großgmain. Gegen 19 Uhr tauchten sie plötzlich in der stockfinsteren Nacht unheimlich mit Geschrei aus Richtung Plainburg auf. Es waren zwölf Figuren, welche jedoch von 13 Personen dargestellt wurden, denn die Habergoaß bestand aus zwei Personen.

Der Tod als Hauptfigur, der Rabe vom Untersberg, das Moosweiberl, der Baumpercht, der Hahnengickerl, der Riese Abfalter, der Bär, der Bärentreiber, die Untersberg Hexe, die Habergoaß und der Saurüssel. Begleitet wurden die zwölf Figuren von Schwegler, Kraxenträger und Fackelträger. Mancher Neugierige, der durch den Lärm angelockt wurde, wurde erschreckt und verklopft.

Anlaufpunkt war ein Bauernhaus. Der Vorpercht eine Figur der Wilden Jagd rief: "Glück hinein, Unglück hinaus" und sogleich erfolgte ein Rundtanz der Figuren, begleitet von Trommelschlägen und Klarinettenklang. Zum Schluss legte sich das Wilde Gjoad zur Reverenz flach auf den Boden. Anschließend ging es weiter zum nächsten Bauerngehöft.

Nach uraltem Glauben soll mit diesem Lauf Fruchtbarkeit, Glück und Segen im Haus einziehen. Es ist ein sogenannter "Rüge-Brauch" bei dem nicht verurteilt, sondern nur Nachschau gehalten wird. B.St.

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