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»Die Zukunft fängt schon heute an«

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Die neuen Gruppenräume bieten auch Abenteuer- oder Rückzugsecken für die Kleinen.
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Bürgermeister Hannes Rasp und Hausleiterin Irmgard Wucher bei der Schlüsselübergabe. (Fotos: Meister)

Schönau am Königssee – Die Kindertagesstätte in Unterstein ist gewachsen. Nun verfügt die Einrichtung über 170 Kindergartenplätze, in der integrierten Krippe können 40 Kinder betreut werden und zudem bietet das Haus auch 60 Hortplätze an. Das sind nur einige der imponierenden Zahlen, die Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau am Königssee, bei der feierlichen Einweihung des Erweiterungsbaues der Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe des Rathauses nannte. Jetzt sei die Gemeinde in der Lage, allen Kindern des Ortes einen Kita-Platz gemäß den gesetzlichen Vorgaben zu bieten, sagte Rasp. Der Neubau sowie die Neugestaltung des vorhandenen Gebäudekomplexes kostete mehr als 1,3 Millionen Euro, wovon die Gemeinde abzüglich aller Zuschüsse 576 000 Euro selbst stemmen musste.


Die neuen Räume sind großzügig angelegt, hell und bestückt mit Vielem, in dem sich Kinder sicher und wohl fühlen können, und sie strahlen sogar so etwas wie Gemütlichkeit aus. Ein Wohlfühlparadies, durch dass Anita Pfnür den »Berchtesgadener Anzeiger« vorab führte. Gruppenräume, Sanitärtrakt, Besprechungszimmer und vieles mehr. Beim Rundgang waren die neu errichteten Zimmer noch leer. Inzwischen sind sie »bewohnt« von den Kindern.

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»Die Lieblinge für den Weg vorbereiten«

Dann herrschte ein reges Treiben im neuen Haus. Eltern, Gäste und natürlich Offizielle füllten den neuen Musikraum im Kindergarten bis auf den letzten kleinen, für Kinderbeinlänge vorgesehenen Stühlen. Kinder waren selbstverständlich auch im Raum, die dann mit Liedern und Tänzen für die richtig berührenden Momente sorgten, geführt von einem Damenquintett mit drei Gitarren, Hackbrett und Tuba.

»Wir sollten uns darin üben, weniger für unsere Kinder den Weg vorzubereiten, als unsere Lieblinge für den Weg vorzubereiten.« Diesen Satz stellte Bürgermeister Hannes Rasp an den Beginn seiner Rede, in der er den Weg, den die Kindergartenerweiterung von der Idee bis zur endgültigen Realisierung genommen hatte, beschrieb. Niemand habe eigentlich damit gerechnet, dass nach der Erweiterung des Hauses im Jahre 2010 so schnell eine nochmalige folge. Letztlich sei im November vor zwei Jahren die Entscheidung über die zweite Erweiterung gefallen. So seien 50 zusätzliche Kindergartenplätze entstanden und die Großzügigkeit des Anbaues biete viel Platz für alle. Insgesamt arbeiten 32 Erzieherinnen und Pflegerinnen in der Einrichtung.

Seit 1977 gibt es den Kindergarten

Der Bürgermeister schilderte dann in knapper Form die Geschichte des Kindergartens. Dieser nahm Anfang Januar 1977 den Betrieb auf, mit zwei Gruppen, die von vier Erzieherinnen betreut wurden. Elf Jahre später sei die erste Erweiterung durch den Ausbau des Dachgeschosses erfolgt, dank dem eine weitere Gruppe einziehen konnte. 2009 wurde in der einstigen Polizeistation Königssee die erste Kinderkrippe eingerichtet, die ein Jahr darauf bei der großen Generalsanierung und Erweiterung ins Haus integriert wurde.

Die Schneewinklschule machte dann eine zusätzliche Kindergartengruppe auf, wo der Kinderhort seit 2009 sein Quartier hat. Man sehe, sagte Bürgermeister Hannes Rasp nicht ohne Stolz, dass die Gemeinde Schönau am Königssee bei der Umsetzung des Stufenplanes des Bayerischen Kinderbildungs- und Erziehungsgesetzes immer schneller gewesen sei, als es gesetzlich gefordert wurde. In bloßen Zahlen ausgedrückt, habe sich die gemeindliche Einrichtung in 40 Jahren von zwei Gruppen für insgesamt 75 Kinder und vier Angestellte beträchtlich erweitert auf aktuell sechs Kindergartengruppen, drei Krippengruppen und drei Hortgruppen mit 32 Mitarbeitern.

Die Liste des Dankes, mit der Hannes Rasp seine Ansprache schloss, war sehr lang. Die Regierung von Oberbayern förderte das 1 361 000 Euro teure Projekt mit 700 000 Euro. Die Berchtesgadener Landesstiftung steuerte 85 000 Euro bei. Als Eigenanteil hat die Gemeinde einen Betrag von 576 000 Euro zu tragen. Dank gebühre auch dem Architektenbüro Schulze und Dinter, Bauleiter Matthias Schulmayr und allen beteilgten Baufirmen. »Ihr habt das meiner Ansicht nach architektonisch gelungene Gebäude handwerklich perfekt umgesetzt.« Dem Landratsamt gebühre, besonders in Person von Matthias Kunz, Anerkennung, auch dem Gemeindebaumeister Hans Brüggler und dem Rathauspersonal wie auch den Kindertagesstätten-Mitarbeitern.

In diesem Haus, führte Rasp weiter aus, sei ein hohes Niveau erreicht worden, das bereits mit Auszeichnungen anerkannt worden wäre. Das sei der Verdienst des gesamten Kindertagesstättenperonals. Gut zu werden, sei schwer, betonte der Bürgermeister, auf Dauer gut zu bleiben, noch schwieriger.

Kindergartenleiterin Irmgard Wucher sagte, dieses Gebäude sei, nicht zuletzt durch den Anbau ein Haus, in dem sich alle wohl fühlen könnten: die Kinder, die Erzieherinnen und auch die Eltern. Man werde auch weiterhin das Beste geben. »Solange wir uns auf Dich verlassen können, kannst Du Dich auch auf uns verlassen, sagte sie in Richtung des Bürgermeisters.

Die Architekten Wolfgang Schulze und Alexander Dinter überreichten ein essbares Modell ihrer Arbeit und nahmen viel Lob vom Bürgermeister, dem Kindergartenteam um Leiterin Irmgard Wucher, Stellvertreterin Heike Fegg und anderen entgegen. Die beiden »Schöpfer« des Neubaus schilderten indes die Arbeit in der Zeit der Realisierung als eine angenehme, mitunter von Kinderfragen begleitete und angenehm empfundene. Symbolisch übergaben die Architekten den Hausschlüssel an Bürgermeister Rasp, der ihn sofort an die Kindergartenleiterin Irmgard Wucher weitergab.

Schließlich spendeten der katholische Pfarrer Herwig Hofmann und sein evangelischer Kollege Christian Gerstner dem ganzen Haus die kirchliche Segnung. Dieter Meister

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