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»Diskretion ist oberstes Gebot«

Schönau am Königssee – Eine Hollywood-Schauspielerin schippert über den Königssee, und niemand erkennt sie. Außer dem Fotografen des »Berchtesgadener Anzeigers« natürlich. Sandra Bullock auf St. Bartholomä. Eine Sensation, für die sich jetzt sogar die Bildzeitung interessiert. Der »Berchtesgadener Anzeiger« wollte von Schifffahrt-Chef Walter Stürzl wissen, wie er so war, der Star.

Oscar-Preisträgerin Sandra Bullock fuhr zum Entspannen über den Königssee. Per Sonderboot »Ramsau«. Foto: dpa
Schifffahrt-Chef Walter Stürzl hat Verständnis dafür, dass Stars am Königssee ihre Ruhe haben wollen. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Herr Stürzl, haben Sie vorher gewusst, dass Hollywood-Star Sandra Bullock über den Königssee fährt?

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Walter Stürzl: Nein. Das hat nicht einmal der Fahrdienstleiter vorher gewusst. Schließlich bucht ein Star wie Frau Bullock ihre Fahrt nicht persönlich. Das erledigt eine Event-Agentur. Der Name Sandra Bullock taucht da natürlich gar nicht erst auf.

Stars am Königssee wollen also anonym bleiben?

Stürzl: In der Regel schon. Das ist auch deren gutes Recht. Sie wollen halt bei ihrem Ausflug mal Ruhe haben und entspannen.

Wie hat es denn Frau Bullock gefallen?

Stürzl: Dazu kann ich überhaupt nichts sagen. Diskretion ist in solchen Fällen oberstes Gebot. Auch die Gespräche, die auf dem Boot geführt wurden, bleiben geheim.

Was dürfen Sie denn verraten?

Stürzl: Frau Bullock war mit dem Boot »Ramsau« unterwegs. Das hat eine Kapazität von 25 Personen. Von uns war nur der Bootsführer an Bord. Die Erläuterungen zur Landschaft waren teilweise auf Englisch. Und das Echo gab es natürlich auch zu hören. Es ist alles gut gelaufen.

Werden solche Sonderfahrten oft für Prominente gebucht?

Stürzl: Ja. Für hochrangige Politiker zum Beispiel. Oder für Schauspieler und Schlagersänger. Aber man muss nicht berühmt sein, um eine solche Fahrt zu buchen. Das kann jeder machen. Zum Beispiel für Hochzeiten oder Betriebsausflüge. Nur in der Hauptsaison ist das immer etwas schwierig.

Was halten Sie persönlich von Sandra Bullock? Ist sie Ihre Lieblingsschauspielerin?

Stürzl (lacht verlegen): Ich muss gestehen, dass ich mich mit Schauspielern nicht so gut auskenne. Als ich von Sandra Bullocks Besuch erfahren habe, musste ich den Namen erst mal googeln. Aber ich muss schon sagen: Die Frau ist wirklich berühmt. Sie hat sogar einen Stern auf dem Walk of Fame.

Sie sind also nicht traurig darüber, dass Sie nicht persönlich mit ihr gesprochen haben.

Stürzl: Nein. Aber meine Tochter ist ein großer Fan. Sie wäre schon gerne dabei gewesen.

Verraten Sie uns, wann der nächste Promi kommt?

Stürzl: Nein. Aber nächste Woche kommt ein Filmteam von Siemens. Das dreht einen Film über die Gleichstrommotoren in unseren Elektrobooten. Solche Motoren werden heute gar nicht mehr gebaut. Christian Fischer