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Dollinger Mode in neuen Händen

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Dollinger Mode ist ab sofort unter neuer Leitung. Veronika Dollinger-Schmid (M.) übergab die Geschäftsführung jetzt an ihre Tochter Kathrin und ihren Ehemann Sebastian Proft. Foto: Anzeiger/Kastner

Berchtesgaden - Die 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 23 Dollinger-Modehäusern zwischen Berchtesgaden und Traunstein haben neue Chefs. Die bisherige Geschäftsführerin Veronika Dollinger-Schmid übergab das Familienunternehmen an ihre Tochter Kathrin und deren Ehemann Sebastian Proft. Die beiden 33-Jährigen wollen das vor 55 Jahren von Kathrin Profts Großeltern Fritz und Gabriele Dollinger gegründete Unternehmen durch den Ausbau des Filialnetzes erweitern.


Veronika Dollinger-Schmid, die seit 33 Jahren - die letzten Jahre alleinverantwortlich - in der Firma arbeitet, will sich keinesfalls zu Ruhe setzen. Vom Rentenalter ist sie schließlich noch ein gutes Stück entfernt. »Eine rechtzeitige Übergabe macht aber durchaus Sinn«, sagt die erfolgreiche Unternehmerin und begründet ihren Schritt damit, dass sie so ihr Wissen und ihre Erfahrungen noch aktiv an die jüngere Generation weitergeben könne. »Die jungen Leute haben ja ganz neue Ideen, die können die Firma durchaus weiter entwickeln.«

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Das entsprechende Know- how bringen Kathrin und Sebastian Proft sicherlich mit. Beide haben an der Universität Passau Diplom-Kulturwirtschaft studiert und einen MBA (BWL-Master) an der Universität von Chicago absolviert. Kathrin Proft war sieben Jahre lang als Unternehmensberaterin bei The Boston Consulting Group in München tätig, zuletzt als Projektleiterin im Bereich Konsumgüter und Handel. Ihr Mann Sebastian Proft arbeitete als Unternehmensberater in der Restrukturierung in München sowie als Investmentbanker bei JP Morgan in London. Die neuen Geschäftsführer von Dollinger Mode bringen umfassende Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von Unternehmensstrategien und Wachstumsprogrammen mit, die sie bei Dollinger einsetzen wollen, um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern. Dabei will Veronika Dollinger-Schmid, die weiterhin für den Einkauf und für die Betreuung der Filialen zuständig sein wird, genauso mithelfen wie ihr Mann Karl Schmid und ihre jüngste Tochter Anna-Lena Schmid, die den Einkauf für die »Sunny«-Läden leitet.

Die neuen Geschäftsführer wissen, dass der Konkurrenzdruck - vor allem von Salzburger Seite - in den nächsten Jahren nicht geringer werden wird. Dennoch sind sie überzeugt, sich durch entsprechende Strategien auf dem Markt behaupten zu können. »Es ist wichtig, dass wir uns richtig positionieren. Denn die mittlere Preislage ist für den normalen Bürger gerade bei Mode und Tracht sehr wichtig«, sagt Sebastian Proft. Geplant ist ein Ausbau des Filialnetzes, das derzeit sieben Orte in der Region umfasst. Künftig will man sich bis zum Chiemsee und in Richtung Salzburg ausdehnen. Das hält Veronika Dollinger-Schmid für richtig. »Stillstand ist Rückstand«, sagt sie.

Freilich hoffen Kathrin und Sebastian Proft darauf, dass es auch andernorts so gut läuft wie in Berchtesgaden, denn mit den Entwicklungen im hiesigen Marktbereich sind die Unternehmer sehr zufrieden. »Hier hat sich in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert«, sagt Kathrin Proft und nennt als Beispiele das Hotel »Edelweiß« und die neue Fußgängerzone. »Es geht halt nur, wenn alle mitmachen«, ergänzt Veronika Dollinger-Schmid.

Das gilt letztendlich auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsunternehmens, die zum Teil schon seit Jahrzehnten für die Firma im Einsatz sind. Die Kompetenz des Verkaufspersonals, die ausschlaggebend für eine professionelle Beratung ist, wollen die neuen Geschäftsführer besonders fördern.

Dollinger Mode war 1958 von Fritz, Gabriele und Heinz Dollinger mit einem Fachgeschäft für Herrenmode in Berchtesgaden gegründet worden. Durch das richtige Gespür für Mode, einen starken Willen und die Treue der einheimischen Kunden konnten sie bald das erste Dollinger-Modehaus in der Griesstätterstraße eröffnen. Ermutigt durch diesen Erfolg, kam 1963 das Damen-Trachtenhaus am Weihnachtsschützenplatz in Berchtesgaden dazu. Der Name Dollinger wurde schnell zum regionalen Begriff, nachdem die Familie das Filialnetz in den darauffolgenden Jahren nach und nach erweiterte. Daran wollen Kathrin und Sebastian Proft in der dritten Geschäftsführer-Generation nun anknüpfen.

Eine erste gute Gelegenheit, den künftigen Kundenstamm kennenzulernen, haben die neuen Chefs am heutigen Samstag beim großen Modetag zur Saisoneröffnung in allen Filialen. Während das Modehaus Dollinger bereits seine Sommerware präsentiert, haben mehrere heimische Partnerbetriebe ihre eigenen Produkte zum Kennenlernen mitgebracht - vom Auto bis zum Schnaps. Ulli Kastner

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