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Dr. Hanns-Michael Müller-Bardorff bleibt 1. Vorsitzender

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Die Vorstandschaft des Hausärztevereins Berchtesgaden (v.l.): Dr. Werner Vietze (Beisitzer/Pressereferent), Dr. Peter Bondes, (2. Vorsitzender), Dr. Hanns-Michael Müller-Bardorff (1. Vorsitzender), Dr. Wolfgang Zern (Schriftführer), Dr. Christian Schmid (Kassenprüfer). Nicht auf dem Foto ist Dr. Reinhard Reichelt (Beisitzer). Foto: privat

Berchtesgaden – Die Mitglieder des Hausärztevereins Berchtesgaden bestätigten kürzlich Dr. Hanns-Michael Müller-Bardorff im Amt des 1. Vorsitzenden. Vor den Neuwahlen hatte sich auf der Hauptversammlung der Bischofswieser Hautarzt Dr. Tillman Thiel dem Gremium vorgestellt. Er referierte über dermatologische Probleme und ging auf die zahlreichen Fragen des hausärztlichen Gremiums kompetent ein.


Dr. Thiel beschrieb kurz seinen ärztlichen Werdegang mit Stationen von Nord nach Süd in der Bundesrepublik, also von Kiel bis zum Berchtesgadener Land. Er schilderte sein breites Spektrum an Erfahrung bezüglich verschiedenster Hauterkrankungen – von Allergien über bakterielle Erkrankungen oder Pilzinfektionen bis hin zu bösartigen Hauterkrankungen. Viel Interesse herrschte an der Entfernung harmloser Fibrome oder seborrhoischer Alterswarzen als therapeutische oder kosmetische Maßnahme, die dann ja keine Kassenleistung ist. Dr. Thiel stellte klar, dass die Entfernung dieser Hautveränderungen nur im Falle von akuten entzündlichen Veränderungen eine Kassenleistung sei, ansonsten im Falle des Wunsches von Patienten privat liquidiert werden müsse.

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Nach Entlastung der Vorstandschaft wurden turnusgemäß die Neuwahlen des Vorstandes des Berchtesgadener Hausärztevereins durchgeführt. Mit überwältigender Mehrheit wurde Dr. Hanns-Michael Müller-Bardorff erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Sein neuer Stellvertreter ist nach dem Ausscheiden von Dr. Michael Köhler nun Peter Bondes. Bestätigt wurden Dr. Wolfgang Zern als Schriftführer und Dr. Christian Schmid als Kassenwart. Beisitzer bleiben Dr. Reinhard Reichelt sowie Dr. Werner Vietze, auch als Pressereferent. Im Anschluss an die Wahl gab es noch viele Diskussionen über den zum 1. Oktober neu eingeführten EBM (Einheitlicher Gebührenmaßstab der gesetzlichen Krankenkassen). Wenn vielleicht auch einige Verbesserungen für die Hausärzteschaft durch neue Gebührenpositionen entstehen, so gehen die Ärzte insgesamt davon aus, dass wieder einmal ein Mehraufwand durch Bürokratie entsteht und dass insbesondere kleinere Praxen trotz intensiver Tätigkeit mit Einbußen rechnen müssen.

Dr. Wienert, Berchtesgadener Vertreter beim Hausärztetag, berichtete, dass vonseiten der Kassenärztlichen Vereinigung wohl geplant sei, sogenannte »versorgungsirrelevante Praxen«, das heißt unter 400 Patienten pro Quartal, möglicherweise schließen zu lassen. Dies ist zwar Zukunftsmusik, aber der Trend einer neuerlichen Umverteilung der Gelder für die ambulanten kassenärztlichen Mitglieder ziele leider auf eine zukunftsbezogene Stärkung von medizinischen Versorgungszentren hin, was laut Wienert letztlich nur pharmaindustriegeführten Medizinischen Versorgungszentren oder Klinikzentren im Sinne früherer Polikliniken der DDR ohne den persönlichen hausärztlichen Kontakt zugute käme.

Was den Berchtesgadener Hausärzteverein betrifft, so wurde für die neue Periode vereinbart, wieder die Kontakte zu den Kreiskliniken, aber auch zu den Altenheimen, den ambulanten Pflegediensten und zum Roten Kreuz zu intensivieren und bei entsprechenden Treffen Gespräche zu führen.

In seinem Schlusswort regte der 1. Vorsitzende Dr. Müller-Bardorff an, dass die Tätigkeit der niedergelassenen Ärzte im Bereitschaftsdienst gerade an sehr arbeitsintensiven Tagen wie den Weihnachtsfeiertagen in der Öffentlichkeit mehr gewürdigt werden sollte. W.V.