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Drei Hoffamilien laden ein zur Gaudi

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Die Bauerneinkehr beim Meislerlehen: Die Bergknappen, die Saugschlauchmusi und die Gastgeber (vorne v.l.) Ruth Lenz mit Johanna und Sepp und Ehemann Sepp Lenz. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Gastgeberin Brigitte Kunz vom Neuhausen (Pfeiferl) hat für die Bauerneinkehr extra eine Torte gemacht.
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Die Buben hatten die höchste Gaudi, beim Löschen von St. Bartholomä beim Meislerlehen.
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Die Lehenweiher Musi spielte beim Neuhausen (Pfeiferl) zünftig auf. Zur Bauerneinkehr kamen zahlreiche Besucher und genossen die Darbietungen.
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Die Gastgeber beim Stangerlehen waren (v.l.) Florian Springl, Vroni Staudinger, Christian Springl, Siegfried und Annegret Springl.

Schönau am Königssee – Einen Stellplatz am Parkplatz Königssee zu bekommen, schien am vergangenen Samstag um die Mittagszeit fast unmöglich. Der Almabtrieb über den Königssee, fantastisches Bergwanderwetter und die Bauerneinkehr lockten Tausende Besucher an. Die Bauerneinkehr bei den drei Höfen Stangerlehen, Neuhausenlehen (Pfeiferl) und Meislerlehen besuchten überwiegend Einheimische, aber auch manche Touristen kamen von der Jennerbahn Talstation hinüber zum Stangerlehen.


Eine große Hüpfburg, der Duft von Gegrilltem und Schmalzgebackenem, sowie die Klänge der »Drei Heilousn Musikanten« lockten jeden, der vorbeikam, an. Das Stangerlehen, urkundlich erstmals 1686 erwähnt, wird bewirtschaftet von den Besitzern Annegret und Siegfried Springl. Zum Stangerlehen gehören die beiden Almen Krautkaser und Königstal. Sie haben 15 Rinder, die bis vor kurzem auf der Alm waren. Mit dem Schmuck vom Almabtrieb wurde der Hof für die Bauerneinkehr festlich gestaltet. Zwei stolz präsentierte Traktoren und aufgestellte »Hoanzen« verwiesen auf bäuerliche Tradition.

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Tatkräftig unterstützt wurden die Springls bei der Bewirtung ihrer Gäste von den Mitgliedern der Weihnachtsschützen Königssee. Wertvolle Preise winkten bei einem Rätsel für die Bauerneinkehr. So war die Frage für das Stangerlehen: »Wie lange gibt es das Stangerlehen in Königssee schon?«

Nach einem gemütlichen Verdauungssparziergang luden Christine und Richard Wagner, sowie Brigitte und Josef Kunz zur Einkehr ins Neuhausenlehen (Pfeiferl) ein. Die Lehenweiher Musi sorgte für beste musikalische Unterhaltung mit Einlagen von zwei Weisenbläsern auf ihren Flügelhörnern. Beim Neuhausen erwartete die Besucher ein reichhaltiges Angebot an Kuchen, Rohrnudeln und Torten, serviert vom Obst- und Gartenbauverein Schönau-Königssee.

Die Kinder hatten ihren Spaß mit einer aufgestellten Kuh, bei der sie das Melken üben konnten. Schulkinder verkauften Schleckertüten, um ein wenig Geld für ihre Klassenfahrt zu sammeln. Der GTEV »D'Funtenseer« und der Gartenbauverein Königssee unterstützten tatkräftig die Bewohner vom Neuhausen. Wie viele Holzsäulen auf der Frontseite des Neuhausen-Gebäudes sind, war eine weitere Frage des Gewinnspiels.

Bergauf ging es in die Richard-Voß-Straße 80 zum Meislerlehen. Ruth und Sepp Lenz sind die Bauersleute vom Meislerlehen und hießen die Besucher auf ihrem Hof herzlich willkommen. Die Saugschlauch Musi von Königssee sorgte für musikalische Stimmung, und die Bewirtung wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Königssee gemeistert. Als besondere Spezialitäten gab es Apfelkiacherl und Kasnocken.

Den größten Spaß beim Meislerlehen hatten die jungen Burschen: Sie spielten Feuerwehr, indem sie mit Wasserschläuchen auf eine Holzwand mit der aufgemalten, brennenden Kapelle von St. Bartholomä zielten. Großes Interesse bekamen auch die Bergleute, die das Salzsieden vorführten. Die Rätselfrage für das Meislerlehen war: »Wie viele Fensterläden sind auf der Frontseite des Gebäudes zu sehen?«

Egal, ob man seine Bauernroas beim Stangerlehen oder beim Meislerlehen begann, der Weg hin und her entwickelte sich zu einer Art Fußgängerzone und immer traf man jemand zum »Ratschen«. Auch die Jugendgruppe des GTEV D'Funtenseer war fleißig unterwegs und zeigte bei jedem der Höfe Trachtentänze und Schuhplattlereinlagen. Bernhard Stanggassinger