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Drei Jubiläen und viele Bauvorhaben

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In Berchtesgaden machten die Teilnehmer der Jubiläumsfahrt einen kurzen Zwischenstopp und stiegen in einen anderen Zug um, ehe es nach Freilassing zurückging. (Fotos: Rothenbuchner)
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Peter Brandl von der BLB stellte Landrat Georg Grabner als begeisterten Zugfahrer vor. Grabner sprach bei der Jubiläumsfahrt über geplante Projekte.

Berchtesgaden – 150 Jahre Zugverkehr zwischen Freilassing und Bad Reichenhall, 100 Jahre Elektrifizierung der Strecke bis Berchtesgaden und zehn Jahre S-Bahn Berchtesgadener Land. Diese drei Jubiläen waren für die Berchtesgadener Land Bahn (BLB) Grund genug, Vertreter aus Politik, Verkehr, Wirtschaft und Einsatzorganisation zu einer gemeinsamenen Zugfahrt von Freilassing nach Berchtesgaden und retour einzuladen. Die Teilnehmer erhielten dabei Informationen über vergangene Entwicklungen und zukünftige Vorhaben.


Geschäftsführer Peter Brandl eröffnete die gemeinsame Fahrt in Freilassing und kündigte gleich den ersten Gastredner des Vormittags, Landrat Georg Grabner, an: »Ich kenne keinen Politiker, der so gern mit der Bahn fährt.« Entsprechend engagiert präsentierte sich Grabner und gab Details der geplanten Ausbauarbeiten am Streckennetz nach Berchtesgaden preis. »Das Landratsamt engagiert sich seit Jahren für den Ausbau der Strecke«, so Grabner. Besonderes Anliegen ist die Aufhebung der Langsamfahrstrecke zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Derzeit ist man mit dem Zug von Freilassing nach Bad Reichenhall schneller, als mit dem Auto. Danach komme man aber aufgrund gefährlicher Bahnübergänge nur mehr langsam voran. Landrat Georg Grabner hofft, dass die Problemstellen im Laufe der nächsten Jahre beseitigt werden können.

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Weitere Anliegen sind dem Landrat eine bessere Taktung der Fahrzeiten, ein barrierefreier Ausbau und neue Haltestellen. Zusagen des Freistaats gibt es bereits für die Haltestelle Bischofswiesen Winkl, die 2019 gebaut werden soll, und eine Haltestelle in Reichenhall Nord für 2020. Die geplante Haltestelle Reichenhall Mitte verursacht noch Schwierigkeiten. »Das Problem ist der Bahnübergang Bayerisch Gmain«, so Landrat Grabner. Die Kommunen Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain hätten derzeit noch keine Lösung für den Standort gefunden. Der Bau dieser Haltestelle wird also weiterhin auf sich warten lassen.

Nach Grabner wandte sich Horst Ebner, Vorstand der Salzburg AG, an seine Mitreisenden und erzählte einige allgemeine Dinge zur Salzburg AG und der Strecke. 64 Züge fahren derzeit täglich auf den 35 Kilometer langen Gleisen zwischen Freilassing und Berchtesgaden. 507 000 Kilometer legt die Berchtesgadener Land Bahn im Jahr insgesamt zurück. Die Teilnehmer der Jubiläumsfahrt saßen in einem sogenannten »FLIRT«, einem barrierefreien, klimatisierten Triebfahrzeug der BLB. Den Anwesenden fielen aber besonders die großen Fenster auf, durch die man einen guten Blick auf die vorbeiziehende Landschaft hat. Eine Aussicht, die man laut Landrat Georg Grabner nur hat, wenn man mit dem Zug fährt.

Damit Bahnfahrer diese Aussicht entspannt genießen können, plant die Berchtesgadener Land Bahn ab Herbst eine ganze Reihe von Bauarbeiten. 27 Einzelmaßnahmen sind es laut Matthias Kalow von der DB Netz AG. Er ist Streckenabschnittsmanager für den Bereich Freilassing-Berchtesgaden. Zu den Maßnahmen gehören eine teilweise Erneuerung der Gleisbeleuchtung, eine neue Eisenbahnüberführung sowie mehrere Durchlässe und die Verlegung neuer Gleise auf 8 000 Metern. Die Bauarbeiten haben aber besonders für Pendler auch Nachteile: Von 12. September bis 14. November ist die Strecke zwischen Freilassing und Berchtesgaden komplett gesperrt. Die BLB richtet einen Schienenersatzverkehr durch Busse ein.

30 bis 40 Millionen Euro sollen laut Gregor Thalhammer von der DB Netz AG in den kommenden Jahren auf der Strecke der Berchtesgadener Land Bahn verbaut werden. Die nächste größere Bauphase ist für 2019 geplant. ra