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Drei Stunden lang frisch »beswingt«

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Simone Resch und der Schulchor des Gymnasiums Berchtesgaden.

Berchtesgaden – Mit einem dreistündigen Tribute-Konzert, gefühlvollem Hit-Repertoire-Querschnitt und viel Hintergrundwissen erinnerten Klaus Ammann und sein Orchester an zwei Größen der deutschen Unterhaltungsmusik. Neben dem Orchester ergänzte der Berchtesgadener Gymnasiumchor unter der Leitung von Simone Resch die Musikaufführung und verlieh der Retro-Show im AlpenCongress eine heimische und emotionale Note. Mit 450 Zuschauern war der Große Saal gut besetzt.


Es ist gar nicht so einfach, Tote wieder zum Leben zu erwecken. Doch wer den Perfektionismus Ammanns kennt, weiß, was er sich in den Kopf gesetzt hat, muss auch auf die Bühne. Hatte er doch selbst schon genug Schwierigkeiten. Eine Kehlkopfentzündung bedrohte das lang geplante Großkonzert, bis zuletzt stand der Galaabend auf der Kippe. So hörten die Zuschauer anfangs einen heiseren Orchesterleiter auf der Bühne mit einem entschuldigendem »Ich habe immer noch einen Pfifferling im Hals. Ich sage jetzt besser nix mehr«, was er aber nicht tat. Im Gegenteil. Ammann redete, als gäbe es nach dem Konzert kein Danach. Zu vielen Titeln erklärte der Orchesterleiter die Hintergründe. Das war gut gemeint, nahm aber auch etwas den Flow beziehungsweise Pep aus dem Konzert.

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Im ersten Teil widmete sich das Klaus-Ammann-Orchester den größten Erfolgen von Udo Jürgens. Aus dessen umfangreichen Repertoire spielte das Orchester unter anderen die Hits »Mit 66 Jahren«, »Ehrenwertes Haus«, »Aber bitte mit Sahne« und »Ich war noch niemals in New York«. Im zweiten Udo-Jürgens-Teil erinnerten die Verkaufsschlager »17 Jahr, blondes Haar«, »Vielen Dank für die Blumen«, »Liebe ohne Leiden«, »Immer wieder geht die Sonne auf« und natürlich »Griechischer Wein« an die Erfolge des charismatischen Entertainers.

 

Klaus Ammann verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft zu Last und Jürgens und kann selbst auf eine 40 Jahre lange Orchestergeschichte zurückblicken. Bekannt wurde Ammann besonders im Talkessel durch die Musicalproduktion »Salzsaga« am Königssee. Noch vor der Pause hatte Ammann zusätzlich eine emotionale Einlage in Zusammenarbeit mit der Berchtesgadener Chorleiterin Simone Resch parat. Als kleines Musical-Special beziehungsweise dem Titel »Gesegnetes Land« aus der »Salzsaga« dirigierte Resch ihren 40-köpfigen Gymnasiumchor vor heimischen Publikum und im Großen Saal wurde es sehr emotional. Ammann hatte den Titel anlässlich der Aufführung komponiert und sollte ein Höhepunkt des Abends und Hymne an Berchtesgaden werden. Resch begleitete Bandleader Ammann auch während des Konzerts flott am Piano und gefühlvoll auf der Geige. Am 16. Dezember konzertieren Chor und Ammann sogar zum zehnten Mal in München mit dem Motto »Der Stern geht auf«.

Frisch »beswingt« sollte es nach der Pause im Sog des »Happy Sounds« á la James Last weitergehen. Ammanns fast 30-köpfiges Orchester samt Chor und Solisten besteht größtenteils sogar aus Originalmusikern von James Last. Den Udo hat der Klaus in der Garderobe gelassen und stand nun als Dirigent James vor seinen Musikern. Als swingende Hand beziehungsweise personifizierte Metronom, wie man Last oft bezeichnete. Ammann brachte Welthits, wie »Salome«, das »Traumschiff-Thema« oder »Rum and Coca Cola«. Als Konzertfinale präsentierte der Bandchef dazu ein melodramatisches Medley mit »Don't Cry For Me Argentina« und »You Raise Me Up«. Jörg Tessnow

 

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