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Dreißig Jahre Kampf gegen Übersäuerung

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Dr. Anneliese Heidegger (r.) und Carmen Zauner ziehen sich nach der Frühjahrskartoffelkur von den Gesundheitswochen zurück. (Foto: Marschner)

Marktschellenberg – Über 30 Jahre ist die rüstige Ärztin bereits im Einsatz, um Teilnehmern der Gesundheitswochen eine gesündere Ernährung beizubringen. Doch nach der diesjährigen Kartoffelkur, die Dr. Heidegger selbst erfunden hat, ist Schluss. Die Medizinerin zieht sich von den Gesundheitswochen zurück. Doch eine Nachfolgerin steht bereits fest: Dr. Caren Lagler.


Alles begann 1982. Als Internistin im Berchtesgadener Krankenhaus war Dr. Anneliese Heidegger aufgefallen, dass viele Menschen Beschwerden hatten, zu denen keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Da entdeckte die Ärztin die basische Ernährung für sich, berichtete sie den vielen Teilnehmern bei der Eröffnung der Gesundheitswochen am Freitagabend.

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Sie selber sei damals sehr »sauer« gewesen. Viel Kaffee, keine Zeit zum Essen, falsche Ernährung. »All das sind Gründe für Übersäuerung im Körper«, so Dr. Heidegger. Zusammen mit ihren Kindern entwickelte sie die »Entschlackungskur«. Diese Rezepte waren alle vegetarisch und abwechslungsreich. »In dieses Buch kamen nur Gerichte rein, die meine Kinder auch gegessen haben, diese Kur war ideal für den Alltag«, berichtete die Ärztin. Als sie schließlich die Mayr-Kur machte, auch bekannt als Milch-Semmel-Kur, spürte Dr. Heidegger selbst die Veränderung in ihrem Körper.

»Ich fühlte mich fitter, gesünder und wie ein neuer Mensch«, erzählte sie den über 40 Zuhörern. Geprägt von dieser positiven Erfahrung entwickelte sie eine Kur für jedermann: die Kartoffelkur. Diese besteht aus einer speziellen basischen Ernährung. Bei dieser vierzehntägigen Kur wird das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt. Man sollte sich dafür strikt an einen Ernährungsplan halten. Zusätzlich sollten die Teilnehmer jeden Morgen ein Basenpulver einnehmen, dieses begünstigt das Lösen der Säure im Körper. Wichtig neben der Ernährung sind die Atmung sowie regelmäßige Bewegung.

Als Beweis für die Kur berichtet Dr. Heidegger von einer Studie. Den Probanden wurde dafür vorher und nachher Blut abgenommen. Die Wirkung war erstaunlich, der Hormonhaushalt und der Fettstoffwechsel veränderten sich auffällig positiv. Am Montag hält Dr. Stephan Scharla einen Vortrag über die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie im Mehrzweckraum der Grundschule.

Auch wieder mit von der Partie sind die Eheleute Prothmann, mit ihren Vorträgen »Humor« und »Was wir von unseren Kindern lernen können« geben sie Tipps und Tricks für Alltagssituationen. Rosemarie Krenn referiert über die Kneipp-Behandlungstheorie. Dienstags und donnerstags steht Sport auf dem Plan, an den beiden Freitagen findet wie gewohnt die Wanderung mit Puls- und Blutdruckmessung statt.

Den Schlusspunkt hinter ihre letzten Gesundheitswochen setzt Dr. Anneliese Heidegger am 28. März mit einem Abschiedsessen für alle Teilnehmer und Helfer. Anschließend bittet sie zum Kreistanz. Auch für Carmen Zauner endet an diesem Abend die langjährige Mitarbeit bei den Gesundheitswochen.

Über drei Jahrzehnte im Dienst der Gesundheit, stand die humorvolle Ärztin stets im Einsatz gegen Übersäuerung, hatte immer ein offenes Ohr für die Teilnehmer und war voller Engagement. Die Gesundheitswochen gehen weiter in Marktschellenberg, das macht Dr. Heidegger am glücklichsten. »Mit Dr. Caren Lagler habe ich eine hervorragende Nachfolgerin gefunden.« Susann Marschner