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Dreiste Diebstähle von Ladekabel aus Elektrofahrzeugen - dicker Fisch ins Netz gegangen

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Car2Go
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Elektrische Smarts von Car2Go am Ladekabel. Foto: Jens Kalaene Foto: dpa

Am 18.04.2018 teilte die Stadt Laufen mit, dass aus dem Elektrofahrzeug der Stadt Laufen, welches auch weitervermietet wird, ein Ladekabel im Wert von ca. 600 Euro entwendet wurde.

Ermittlungen über die Vermieterfirma in Niederbayern ergaben, dass in letzter Zeit ca. 10 bis 15 Ladekabel aus deren Fahrzeugen verschwanden, obwohl diese durch Stahlseile besonders gesichert waren.

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Da bei dem Diebstahl in Laufen die Tatzeit ziemlich exakt eingegrenzt werden konnte, konnte die Vermieterfirma über die Chipdaten feststellen, wer zur Tatzeit das Fahrzeug gemietet hatte. Anhand dieser Daten konnte ein räumlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Tatverdächtigen zu weiteren Diebstählen in Tittmoning, Mühldorf und Dingolfing hergestellt werden, wobei wiederum weitere Diebstähle in Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz vermutet werden. Diesbezüglich dauern die polizeilichen Ermittlungen noch an.

Der Tatverdächtige hatte sich bei der Vermieterfirma registrieren lassen und konnte so über eine App die betreffenden Fahrzeuge für sich reservieren und so sicherstellen, dass die Fahrzeuge auch vor Ort waren.

Mit seinem anderweitig gemieteten Elektrofahrzeug begab er sich dann zu dem reservierten Fahrzeug und entwendete ein Ladekabel. Da sich in jedem Fahrzeug zwei Kabel befinden, fiel der Diebstahl erst viel später auf.

Nachdem erste Ermittlungen ergaben, dass der Tatverdächtige 19 Ladekabel über eine Internetplattform zum Verkauf angeboten hatte, wurde über die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Traunstein ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt, der durch die für seinen Wohnort örtlich zuständige Polizeidienststelle unverzüglich vollzogen wurde.

Bei der Durchsuchung konnte ein Ladekabel sichergestellt werden; auch der PC, über den der Tatverdächtige die Verkäufe abgewickelt hatte, wurde sichergestellt.

Ermittlungen über die Internetplattform ergaben, dass der Tatverdächtige im letzten Jahr tatsächlich bereits 26 Ladekabel für Elektrofahrzeuge verkauft hatte. Ob alle 26 Ladekabel aus Diebstählen stammen, ist ein Teil der weiteren Ermittlungsarbeit.

Zu ermitteln sind auch noch die Käufer der Ladekabel. Da man einem gestohlenen Gut grundsätzlich kein Eigentum erwerben kann, werden diese die Kabel vermutlich an die geschädigte Firma zurückgeben müssen.

Darüber entscheiden dann letztendlich aber die Staatsanwaltschaft und das Gericht.

Pressemeldung Polizei Laufen