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Drogen-Hotspot in Salzburg

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Salzburg Drogen
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Der Salzburger Hauptbahnhof ist einmal mehr Umschlagplatz für Drogengeschäfte. (Foto: Hudelist)

Salzburg – Der Südtirolerplatz vor dem Hauptbahnhof entwickelt sich immer mehr zum Drogen-Umschlagplatz. Wie schwierig es ist, Dealern habhaft zu werden und dann noch gerichtstaugliche Beweise sicherzustellen zeigte jetzt ein Verfahren am Landesgericht Salzburg. Der Prozess gegen einen 23-jährigen Afghanen, der im Juli dieses Jahres in der Halle des Salzburger Hauptbahnhofes ein Drogengeschäft angebahnt haben soll, musste vertagt werden. Er bestreitet dies und behauptet, die beiden Zeugen, zwei 17-jährige Burschen, seien ihm ohne Grund nachgegangen.


Tatsächlich hatten die beiden »Kunden« schon zuvor bei einer Gruppe von Afghanen am Südtirolerplatz 2,8 Gramm Cannabis gekauft, das war ihnen offensichtlich zu wenig, daher wollten sie beim jetzt angeklagten, 23-jährigen Asylbewerber, weiteres Marihuana kaufen. Nach einem ersten Gespräch in der Nähe des Fast-Food-Restaurants folgten sie ihm in die Bahnhofshalle, dort unterhielten sie sich erneut und wollten dann zu Dritt zu einem Versteck in Schallmoos weitergehen, als sie von zwei Polizeibeamten in Uniform aufgehalten und kontrolliert worden sind. Bei den beiden 17-jährigen Burschen fand man 2,8 Gramm Cannabis – sie sind bereits gesondert verfolgt worden. Bei dem Afghanen fand man nichts. Dennoch folgte eine Anzeige wegen einer möglichen Anbahnung eines Drogengeschäfts, auch das ist in Österreich strafbar.

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Vor Gericht bestätigten die beiden Zeugen, ein Österreicher und ein Deutscher, noch einmal den Sachverhalt aus ihrer Sicht, der mittlerweile ohne festen Wohnsitz lebende Afghane (»Ich wohne bei Freunden mal in Salzburg mal in Linz«), leugnet einen Verkauf angebahnt zu haben. Ein Ex-Polizist bestätigte hingegen, dass sich die Drei in der Halle erneut unterhalten hätten und nicht ohne Absicht zusammengestanden wären. Die Richterin bot dem Angeklagten zwischenzeitig eine Diversion an, also einen außergerichtlichen Tatausgleich ohne Urteil, aber mit Sozialarbeit, wenn er ein Geständnis ablegen würde. Dies tat er aber nicht.

Vor einem Urteil will die Richterin nun aber noch den zweiten Polizisten in den Zeugenstand rufen, er hatte sich für die Verhandlung entschuldigt. Der Prozess wurde vertagt. Tatsächlich hat sich der Südtirolerplatz zu einem Drogen-Hotspot entwickelt, eine Gruppe von Afghanen bringt hier relativ unbehelligt schon am Tag vor allem Marihuana, aber auch andere Drogen an den Mann. Die Schengenfahnder der Polizei zeigen immer wieder so genannte Street-Runner bei der Staatsanwaltschaft an, also Burschen, die meist selbst drogenabhängig sind und im Auftrag von Hintermännern den Stoff verkaufen. So durchsuchten am Mittwoch Beamte mit Spürhunden in einer Asylunterkunft auf der Schallmooser-Seite des Hauptbahnhofs ein Zimmer zweier Afghanen, 19 und 20 Jahre alt. Die Beamten fanden elf Gramm Cannabiskraut, die Burschen sind nicht geständig. »Die Fahnder stellten das Suchtmittel sicher und übermittelten es zur Auswertung der Fingerabdrücke an das Landeskriminalamt Salzburg«, so ein Sprecher der Polizei Salzburg.

Auch fanden die Beamten bei Kontrollen im Bereich Südtirolerplatz bei vier Afghanen (17 bis 20 Jahre alt) und einem Syrer (21 Jahre) 17 Gramm Cannabiskraut. Darunter befanden sich 15 Alupäckchen mit Cannabiskraut. Das Suchtgift ist sichergestellt und die Männer angezeigt worden. hud