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Dutzende entwurzelte Bäume fordern Feuerwehren

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Da hat der Prinzregent noch mal Glück gehabt. Sonst wäre er doch glatt vom Baum erschlagen worden. (Foto: Tessnow)

Berchtesgaden – Zuerst tröpfelte es nur leicht, dann peitschte der Regen über dem Talkessel. Ein heftiger Sturm entwurzelte Dutzende Bäume in Berchtesgaden, Marktschellenberg, Ramsau und Bischofswiesen. Die Feuerwehren waren bis tief in die Nacht mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Nur in Schönau am Königssee blieb es in Sachen Einsätze ruhig: »Wir mussten nicht ausrücken«, bestätigte 1. Kommandant Sebastian Walch im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«.


Allein 15 Einsätze hatte die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden zu leisten. Kurz nachdem das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern und dem AS Rom abgepfiffen war, ging es für die Feuerwehrmänner rund. Am Reckensberg waren einige Bäume umgestürzt, sie blockierten die Straße. »Eine Vollsperrung des Reckensbergs war zunächst angedacht«, so Berchtesgadens 1. Kommandant Thomas Pfnür. Auch in der Oberau krachten Bäume auf die Fahrbahn, im Bereich Untersalzberg ebenso, der Schwerpunkt der Einsätze lag aber in Maria Gern. Auch im Luitpoldpark riss der Wind einen Baum um. Dieser verfehlte nur knapp Prinzregent Luitpold. Bei mehreren Baustellen riss es Bauzäune und technisches Gerät um. »Insgesamt sind wir aber glimpflich davongekommen«, so Thomas Pfnür. 60 Feuerwehrmänner waren an den Einsätzen beteiligt.

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Viel zu tun hatten auch die im Einsatz befindlichen 43 Bischofswieser Einsatzkräfte. Bis halb drei in der Nacht waren sie damit beschäftigt, Bäume von Bahnüberführungen und Straßen zu entfernen, wie 1. Kommandant Georg Graßl im Gespräch mit dem »Anzeiger« erklärte. In Loipl entwurzelte der Sturm 14 Baumriesen, die von der Feuerwehr bearbeitet und schließlich entfernt wurden. Leitplanken wurden beim Sturm mehrfach in Mitleidenschaft gezogen, auch in Richtung Schwarzeck blockierten zwei Bäume die Straße, sodass die Feuerwehr zunächst Aufräumarbeit leisten musste, ehe es für die Autofahrer weitergehen konnte.

Einiges los war auch in Marktschellenberg. 1. Kommandant Johann Anfang berichtete von mehreren Bäumen, die auf Straßen gefallen waren. Etwa in Höhe Schnitzhofheim und Feuerwehrhaus. Dort rückte die Feuerwehr gegen Mitternacht aus, 24 Leute begleiteten den nächtlichen Einsatz. Bis halb vier musste die komplett blockierte Ettenbergerstraße freigeräumt werden.

Die Ramsauer Feuerwehr war ebenfalls gefordert. Zwölf Einsatzkräfte waren in Höhe des Taubensees damit beschäftigt, zwei umgestürzte Bäume wegzuräumen, so 1. Kommandant Max Niedermayer. Nur in der Schönau blieb es ruhig. »Wir hatten keinen Einsatz«, weiß Sebastian Walch, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schönau. Auch bei den Kollegen der Feuerwehr Königssee gab es keine Meldungen. Mehrfach kam es gemeindeübergreifend zu Stromausfällen, etwa in Schönau am Königssee, wo im Bereich Bodnerlehen die Straßenbeleuchtung kurzfristig ausfiel. Weg war der Strom auch in Berchtesgaden in der Salzburger Straße, am Mieslötzweg und in der Gartenau. In Maria Gern waren Bäume in die Stromleitungen gefallen und hatten dafür gesorgt, dass der Strom über mehrere Stunden ausfiel. Im Bereich Untersalzberg musste am Mittwoch ein Stromaggregat herbeigeschafft werden, da der örtliche Stromversorger Schwierigkeiten hatte, die Schäden rechtzeitig zu reparieren. Kilian Pfeiffer