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Gelungene Holzarbeiten beim Danner-Wettbewerb – Preise vergeben

»Echte Schnitzschul-Stückerl«

Auf was man alles in seinem Leben warten muss, hat Ignaz Huber in Holz geschnitzt. (Fotos: Merker)
Michael Strecha kann sich nach den anstrengenden drei Wochen in seinem vom Förderverein preisgekrönten Stuhl ausruhen.
Georg Mayerhanser macht sich zum Affen, denn er hat den Preis des Fördervereins gewonnen.
Johannes Valentin Diem im Kampf mit seiner Krabbe. Sieger ist der junge Mann geworden.

Berchtesgaden – Zum zehnten Mal fand der schulinterne Danner-Wettbewerb an der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei statt. Die angehenden Holzbildhauer und Schreiner hatten drei Wochen lang Zeit, zu einem vorgegebenen Klassenthema eine Arbeit anzufertigen. Überraschende, beeindruckende und gelungene Holzarbeiten sind dabei entstanden. Die besten Stücke wurden bei einer Preisverleihung gewürdigt.


Die Danner-Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, das bayerische Kunsthandwerk zu fördern. Die Stiftung wurde 1920 von Therese Danner nach dem Tod ihres Mannes, des Unternehmers Benno Danner, in München ins Leben gerufen. Seit zehn Jahren stellt die Danner-Stiftung Preisgelder für den schulinternen Danner-Wettbewerb zur Verfügung. Für die angehenden Holzbildhauer und Schreiner ist es eine Herausforderung, der sie sich stellen müssen. Doch das gilt auch für die Lehrer.

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»Vor den Danner-Wettbewerben hatte ich auch noch mehr Haare«, scherzte Schulleiter Norbert Däuber bei seiner Begrüßung. Er lobte die Leistung seiner Fachlehrer und ihre Unterstützung der Schülerinnen und Schüler. »Ohne die Lehrer würden die Stücke nicht so dastehen.« Ein kräftiger Applaus vonseiten der Schülerinnen und Schüler bestätigte das.

Stellvertretender Landrat Helmut Fürle griff den Gedanken des Wettbewerbes in seiner Rede auf. »Beim Sport ist das einfach, aber bei künstlerischen Leistungen wird die Bewertung viel schwieriger.« Daher sei eine Jury notwendig, die keine leichte Aufgabe habe, die besten Stücke auszuwählen. »Doch jeder Teilnehmer hat allein mit seiner Teilnahme am Wettbewerb gewonnen.« Es sind die Erfahrung, die Rückmeldung durch die Betrachter und der Vergleich untereinander, die die Schülerinnen und Schüler weiterbringen. »Die Arbeiten zeigen einmal mehr, dass nicht nur bei den Holzbildhauern, sondern auch bei den Schreinern Wert auf den künstlerischen Ausdruck gelegt wird.«

Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass es nur deswegen einen Danner-Wettbewerb gäbe, weil es die Schule gibt. »Sie ist eine freiwillige Leistung des Landkreises, die aber nicht infrage gestellt wird, denn das Geld wird weiter in die Schule investiert.« Für den Bürgermeister sind wieder richtige »Schnitzschul-Stückerl« herausgekommen. Die gestalterisch hervorragend gearbeiteten Stücke bräuchten sich nicht zu verstecken.

Bei der anschließenden Preisvergabe wurden die jeweils besten drei Stücke ausgezeichnet. Bei den Schreinern im ersten Jahr hatte der Fachlehrer Bernhard Wimmer das Thema »Hocker« vorgegeben. Dabei hat Felix Rassmann mit seinem raffiniert schichtverleimten Hocker aus Ahorn den ersten Platz gemacht. »Tiermasken« gab Walter Ziegler den Holzbildhauern 1 als Aufgabe. Mit ihrem angriffslustigen Widder konnte Bettina Jetzinger die Jury überzeugen. Die Klasse von Jürgen Gasteiger, der die Schreiner im zweiten Jahr unterrichtet, musste Sitzgelegenheiten erstellen. Dominik Ginskey fertigte eine gebogene Bank aus Eiche, die in der Größe variabel ist. Die exakt ausgeführte Krabbe von Johannes Valentin Diem von den Holzbildhauern 2 überzeugte nicht nur seinen Lehrer Hannes Stellner, sondern auch die Jury.

Rochus Sebold gab seinen Schreinern 3 ein klares Raummaß vor. Nur 0,33 Kubikmeter durfte das frei stehende Möbel haben. Der schichtverleimte Sofatisch von Jonas Eiling erfüllte alle Anforderungen und die Jury zeigte sich von der klaren Form begeistert. Die Fachlehrerin der Holzbildhauer im dritten Jahr, Petra Schwenzfeier, ließ ihre Klasse warten. Genauer gesagt: Das Thema lautete »Warten«. Ignaz Huber schaffte mit seinen drei wartenden Figuren, die er mit »Einschulung, Liebe, Tod« bezeichnete, den ersten Platz.

Auch dieses Jahr konnte der Förderverein Schnitzschule einen von der Volksbank Raiffeisenbank gespendeten Förderpreis vergeben. Die Jury, bestehend aus Friederike Reinbold, Linda Pfnür, Dr. Hermann Amann, Alfred Spiegel-Schmidt, Ulli Brendel sowie Simon Zuhra, hatte es noch schwerer mit ihrer Entscheidung, da sie die in ihren Augen beste Arbeit pro Klasse prämieren musste. Es fiel der Jury nicht immer leicht, nur eine Arbeit auszuwählen, denn die Qualität aller Arbeiten ist ausgesprochen hoch.

Alle Stücke sind noch bis Donnerstag, 11. Dezember, von 16 bis 18 Uhr in der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei zu besichtigen. Christoph Merker