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Ein alter Bekannter im Talkessel

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Fototermin nach der Beiratssitzung im Haus der Berge (v.l.): Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel, Amtschef Dr. Christian Barth und Landrat Georg Grabner. (Foto: Rothenbuchner)
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Dr. Roland Baier. (Archivfoto: Nationalpark)

Berchtesgaden – Der Nationalpark Berchtesgaden bekommt einen neuen Leiter. Dr. Roland Baier soll voraussichtlich im Herbst die Nachfolge von Dr. Michael Vogel antreten. Damit übernimmt die Stelle ein alter Bekannter, denn Baier hat bereits fünf Jahre als Stellvertretender Leiter im Nationalpark gearbeitet.


Während der Nationalpark-Beiratssitzung am Montag im Haus der Berge nannte Ministerialdirektor Dr. Christian Barth, Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, den Anwesenden den Namen des künftigen Nationalparkleiters. Gegenüber Vertretern der Presse zögerte er mit dieser Information zunächst: »Es ist ein alter Bekannter, der für die Fortsetzung der Arbeit von Dr. Vogel stehen wird«.

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Direkt auf Dr. Roland Baier als Nachfolger angesprochen, antwortet er nur wenig kryptisch, das könne er sich gut vorstellen. Der Hintergrund für sein Zögern sind Gespräche mit einem anderen Ressort. »Wir stimmen uns derzeit noch mit dem Landwirtschaftsministerium ab.« Denn das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf, wo Baier im Moment arbeitet, hätte ihn ebenfalls gerne als Nachfolger des in Pension gehenden Leiters gehabt. Jetzt wird dort nach einem anderen Leiter gesucht. »In naher Zukunft«, so Barth, wenn also im Landwirtschaftsministerium eine Vereinbarung getroffen wurde, wollte man den Namen Roland Baier öffentlich machen. So richtig funktioniert hat das mit der Geheimhaltung im Talkessel aber nicht.

Ausgeschrieben hatte das Staatsministerium die Stelle des Nationalparkleiters nicht. »Das ist verzichtbar, wenn es einen naheliegenden Nachfolger gibt«, so Barth. »Hier war es so.« Ursprünglich hatte das Ministerium wohl noch mit zwei oder drei anderen Kandidaten gesprochen, die aber »abgewunken haben«. So fiel die Wahl auf Baier. Im Talkessel dürfte Roland Baier vielen im Zusammenhang mit dem Borkenkäfer bekannt sein. In seiner Zeit beim Nationalpark hat er unter anderem zahlreiche Informationsveranstaltungen zu dem Thema organisiert.

Dr. Michael Vogel äußerte sich positiv zur Tatsache, dass ihm ein bekanntes Gesicht nachfolgen soll. Zu dessen künftigen Aufgaben gehöre unter anderem, die nötigen Ressourcen- und Betriebsmittel zu bekommen. Außerdem müsse das Personal mehr werden. Das probiere er seit 2001. Dass Mittel und Personal immer noch knapp sind, nimmt Vogel auch auf seine Kappe: »Es ist mir wohl nicht gelungen, bei entsprechenden Gremien die Wertigkeit richtig darzustellen.« Im Hinblick auf einen dritten Nationalpark, der ebenfalls Thema der Beiratssitzung war, sieht er eine Chance aufzuzeigen, wo es auch nach 40 Jahren in Berchtesgaden noch zwickt. Auch Barth glaubt, dass Berchtesgaden von einem dritten Park profitiert.

Vogel ist noch bis zum 31. Juli Leiter des Nationalparks. Eine Verbindung zum Nationalpark werde für ihn aber weiterhin erhalten bleiben. Wie jede Medaille habe für ihn auch sein Abschied zwei Seiten. Die Arbeit habe ihm Spaß gemacht und die Leute werden ihm fehlen, so Vogel. »Wir haben aber eine Klasse Mannschaft, deshalb kann ich beruhigt den Schritt nach hinten machen.« Alexandra Rothenbuchner