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Ein Fest des Glaubens in der Stiftskirche

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Altweihbischof Dr. Franz Josef Dietl firmte 66 junge Menschen aus Au, Berchtesgaden und Marktschellenberg. Fotos: Andreas Pfnür
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»Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.«

Berchtesgaden – Weihbischof em. Dr. Franz Josef Dietl spendete am Samstag 66 Buben und Mädchen aus Au (14), Berchtesgaden (41) und Marktschellenberg (11) in der Stiftskirche das Sakrament der Firmung. Er rief die Firmlinge auf, mit Gott im Gebet in Verbindung zu bleiben und das Gute und Richtige nicht nur zu erkennen, sondern auch zu tun.


Monsignore Dr. Thomas Frauenlob begrüßte anfangs die festlich gewandeten Firmlinge, Paten und Angehörigen, die das Kirchenschiff bis auf den letzten Platz füllten. Besonders begrüßte er Altweihbischof Dr. Franz Josef Dietl, der »schon so manche Firmung in der Stiftskirche gespendet hat«. Frauenlob wies darauf hin, dass zu diesem »Fest des Glaubens« erstmals Gesänge aus dem neuen »Gotteslob« erklingen und die neuen Gesangbücher damit festlich in Gebrauch genommen würden. Mit lebendigem und frischem Gesang übernahm der Chor des Gymnasiums unter der Leitung von Simone Resch die musikalische Gestaltung des Firmgottesdienstes.

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In seiner Predigt sprach der emeritierte Weihbischof zunächst die Paten an, deren Patenamt heute beginne und eine lebenslange Aufgabe bleibe. So wie die Paten bei der Firmung hinter dem Firmling stehen, so sollen sie auch künftig ihm »den Rücken stärken« und immer ein Auge auf ihn haben. Zu den Firmlingen gewandt, betonte er, dass die Gabe des Heiligen Geistes wie alle Gaben Gottes ein Angebot sei, ein Angebot, das angenommen werden will. »Es liegt an euch, das Geschenk Gottes zu ergreifen.« Was bei der Firmung geschieht, könne man nicht in Worte fassen. Es gebe deshalb Zeichen und Gesten: Beispielsweise sei die Handauflegung des Bischofs ein Zeichen dafür, dass »Gott die Hand auf dich gelegt hat«. Die Salbung mit Chrisam stelle eine Verbindung her zu Christus, dem »Gesalbten«.

Die Gaben des Heiligen Geistes versetzten den Menschen in die Lage, in jeder Lebenssituation das Richtige und Gute zu erkennen, sagte Dietl. Das allein genüge allerdings nicht, entscheidend sei, das als richtig und gut Erkannte auch zu tun, oder wie Erich Kästner sagte: »Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.« Abschließend ermahnte er die Firmlinge, mit Gott im Gebet in Verbindung zu bleiben, und gab ihnen den »Rat eines alten Bischofs«: »Lasst keinen Tag in eurem Leben vergehen, ohne nicht wenigstens einmal euer Herz zu Gott zu erheben.«

Bei der anschließenden Bekräftigung des Taufversprechens war dem Bischof die Antwort der Firmlinge zunächst zu leise: »Ich will ein kräftiges Bekenntnis hören und nicht so was Hingehauchtes.« Zur eigentlichen Firmung kamen die Firmlinge mit ihren Paten an die Altarstufen. Jeden Einzelnen fragte der Weihbischof nach seinem Namen und legte die Hand auf seinen Kopf: »Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist. Amen.«

Nach der Firmung sprachen einige Neugefirmte die Fürbitten, andere brachten die Gaben für die Eucharistiefeier zum Altar. Zusammen mit Altweihbischof Dietl und Pfarrer Frauenlob feierten Kaplan Stefan Leitenbacher, Diakon Bernhard Hennecke, der die Firmvorbereitung geleitet hatte, sowie Diakon Michael König den festlichen Gottesdienst. Nach dem abschließenden bischöflichen Segen trafen sich Firmlinge, Paten, Pfarrer und Bischof im Kreuzgang zu einem stärkenden Imbiss und zu Gesprächen. Andreas Pfnür