weather-image
20°

Ein Gesprächsangebot, das keines ist

3.1
3.1
Bildtext einblenden
Eine offene Sprechstunde zwischen den gekündigten Rundgangsleitern und Vertretern des Instituts für Zeitgeschichte hätte heute in der Dokumentation Obersalzberg stattfinden sollen, wurde aber abgesagt. Foto: privat

Berchtesgaden – Die für den heutigen Donnerstag vom Institut für Zeitgeschichte (IfZ) angekündigte offene Sprechstunde in der Dokumentation Obersalzberg ist nach Informationen des »Berchtesgadener Anzeigers« kurzfristig abgesagt worden. Die Veranstaltung galt als Gesprächsangebot, eingeladen waren alle Rundgangsleiter, die vor wenigen Wochen wegen des Verdachts der Scheinselbstständigkeit vom IfZ gekündigt wurden und daraufhin eine Klage eingereicht hatten.


»Wir halten den Zeitpunkt für ein Treffen nicht für sinnvoll«, so heißt es aus der Pressestelle des Instituts für Zeitgeschichte. Deswegen wurde der angekündigte Termin kurzfristig wieder abgesagt. »Es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt, Gespräche zu führen«, teilt die Pressesprecherin des IfZ auf Nachfrage der Heimatzeitung mit. Denn am gestrigen Mittwochnachmittag fand vor dem Arbeitsgericht in Bad Reichenhall ein erster Gütetermin zwischen Klägern und Vertretern des Instituts statt. Für das IfZ Grund genug, den Ausgang zunächst abzuwarten. »Es bringt nichts, sich an einem Tag erst vor Gericht zu treffen, um tags darauf vertrauensvoll miteinander zu reden.«

Anzeige

Das Ziel des IfZ sei weiterhin, eine Lösung zu finden, die für die ehemaligen Rundgangsleiter, aber auch für das Institut gut ist.

Bei den Rundgangsleitern ist man etwas verwundert, dass der Termin »so kurzfristig« abgesagt wurde. Ebenso wenig war klar, dass die ursprünglich als »offene Sprechstunde« angekündigte Veranstaltung in der Dokumentation Obersalzberg nicht in großem Rahmen abgehalten werden sollte, sondern in kleinen 3er-Gruppen, die Gelegenheit bekommen, mit der Institutsleitung zu sprechen. »Wir Rundgangsleiter wurden öffentlich gekündigt, da können wir auch offen und gemeinsam drüber sprechen«, meint eine Betroffene. Den Gekündigten sei es wichtig gewesen, das Gespräch im Plenum zu führen.

Beim Institut für Zeitgeschichte bestätigt man, 3er-Gesprächsrunden geplant zu haben. »Jeder bekommt hier eine Redemöglichkeit, kleine Gruppengespräche können individueller gestaltet werden«, rechtfertigt man den Vorgang aus dem IfZ.

Die Stimmung unter den Rundgangsleitern bleibt weiterhin angespannt. Für den Rauswurf wolle man entschädigt werden, sagt eine, ob ein Gespräch ausreicht, ist fraglich. Kilian Pfeiffer