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Ein Leben für die Kranken

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Nach 41 Jahren im Berchtesgadener Krankenhaus ist Nachtschwester Walburga Stemmer (M.) vor Kurzem in den Ruhestand verabschiedet worden. Nicht nur Dr. Thomas Heim und Ambulanzschwester Doris Reck denken mit Wehmut an die stets angenehme Zusammenarbeit mit ihrer rührigen Kollegin. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – 41 Jahre arbeitete Walburga »Wally« Stemmer als Krankenschwester in der Kreisklinik Berchtesgaden. Mit ihrer Lehre und späteren Arbeit als Hauswirtschafterin brachte sie es sogar auf 50 Berufsjahre.


Die Krankenschwester war in Berchtesgaden vornehmlich im Nachtdienst eingesetzt. Ganz nebenbei zog die Unermüdliche, die nach eigenem Bekunden wenig Schlaf braucht, ihre Tochter Claudine groß und pflegte fast sieben Jahre lang ihren schwer kranken Lebensgefährten. Wally Stemmer stammt aus Bergen bei Neuburg an der Donau und machte ihre Ausbildung zur Krankenschwester bei den Barmherzigen Brüdern in München.

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Durch eine Ausschreibung kam sie 1975 nach Berchtesgaden und wirkte dort bis zum Eintritt in den Ruhestand am 19. Dezember als Krankenschwester. Nachdem ihre Tochter Claudine auf die Welt gekommen war, nahm sie die Kleine öfter in den Dienst mit, weil sie niemanden für sie hatte. Und schon früh wechselte die rührige Krankenschwester in den Nachtdienst: »Das hat mir immer gut gefallen, in der Nacht bist du dein eigener Herr und die Nacht hat auch nette Geschichten.«

Gerne erinnert sich die Nachtschwester an die immer gute Zusammenarbeit mit den Ärzten. »Bei Schwester Stemmer wussten wir immer, dass sie uns nur ruft, wenn es unbedingt nötig ist«, lobte Notarzt Dr. Heim die Arbeit der ehemaligen Nachtschwester.

»Noch habe ich keinen Plan, was ich mit meiner vielen Freizeit jetzt mache«, so Walburga Stemmer, die nun aber viel Zeit für ihre einjährige Enkelin hat. Nachdem sie jedoch auch noch eine kleine Einliegerwohnung in ihrem Elternhaus hat, wird sie ab und zu von Berchtesgaden nach Bergen bei Neuburg an der Donau pendeln. »Ich habe mir vorgenommen, Reisen zu unternehmen. St. Petersburg wird ein erstes Ziel sein«, freut sich Walburga Stemmer auf ihren neuen Lebensabschnitt und genießt jetzt erst einmal ein ruhiges Weihnachtsfest ohne Nachtdienst. Christian Wechslinger

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