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Ein neues Gipfelkreuz für den Jenner

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Vor über 60 Jahren errichteten Naturfreunde der Ortsgruppe Berchtesgaden das erste Gipfelkreuz auf dem Jenner. Offiziell eingeweiht wurde es am 12. September 1954. Fotos: privat
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Millimeterarbeit im Schwebeflug: Ein Hubschrauberpilot und zwei Helfer setzten das neue Gipfelkreuz in einen Eisenschuh ein.
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Ein Schmiedeeisen-Emblem ziert das Lärchenkreuz.

Berchtesgaden – Ein neues Lärchenkreuz thront seit Kurzem auf dem Jennergipfel. Die Naturfreunde Berchtesgaden haben das 60 Jahre alte Holzkreuz gegen ein neues ausgetauscht, weil Wind, Schnee und unzählige Blitzeinschläge dem alten, von der Schnitzschule Berchtesgaden angefertigten, Kreuz über die Jahrzehnte arg zu schaffen gemacht hatten. Feierlich eingeweiht wird das neue Jennerkreuz nächsten Samstag in einer ökumenischen Bergmesse.


Die Vorstandschaft der Naturfreunde Berchtesgaden spielte sich bereits länger mit dem Gedanken, dass Jennergipfelkreuz auszutauschen. Einerseits, weil sich in diesem Jahr die 60-Jahr-Feier des Gipfelkreuzes jährt und andererseits, weil es eines der meist besuchten und fotografierten Bergkreuze im südlichen Landkreis ist. Mit dem Einverständnis von Nationalpark und Landratsamt nahm die Umsetzung des neuen Gipfelkreuzes im Frühling Fahrt auf. Naturfreunde-Mitglied und Schreiner Peter Ziegler kümmerte sich um die komplette Planung – angefangen von der Anfertigung des Lärchenholzkreuzes bis hin zur Umsetzung der Bohrungsarbeiten.

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Wetterkapriolen erschweren Arbeit

Kunstschlosser Wolfgang Hasenknopf fertigte ein Emblem aus Schmiedeeisen an, das das Zeichen der Naturfreunde zeigt. Barbara Moderegger schnitzte die Inschrift »Zum Gedenken an die verstorbenen Bergkameraden der Naturfreunde Ortsgruppe Berchtesgaden« in das Lärchenholz.

Während die Arbeiten im Tal im Zeitplan verliefen, machte das unbeständige Sommerwetter den Arbeiten auf dem Gipfel immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Schließlich sollte das neue Kreuz eineinhalb Meter neben dem alten Kreuz aufgestellt werden. So mussten 80 Zentimeter lange Schrauben in den Felsen gebohrt und verklebt werden. Auf diese wurde ein Eisenschuh aufgesetzt, indem das Kreuz fixiert ist und somit vollkommen frei ohne haltende Stahlseile stehen kann.

Altes Gipfelkreuz für »Haus der Berge«?

Anfang September konnten alle Vorarbeiten beendet werden und dem Aufstellen des neuen Gipfelkreuzes stand nichts mehr im Wege. Das Holzkreuz wurde mit einem Anhänger auf Kühroint gefahren und von dort mit einem Hubschrauber auf den Jennergipfel geflogen und im Schwebeflug in den Eisenschuh eingesetzt. Im gleichen Flug nahm der Pilot das alte Gipfelkreuz auf und flog es zum Krautkaser, von dort wurde es weiter mit dem Jeep zu einem Zwischenlagerplatz transportiert. Was mit dem alten Gipfelkreuz der Naturfreunde passiert, steht noch nicht ganz fest, eventuell wird es aber nach einer Restauration beim »Haus der Berge« in Berchtesgaden aufgestellt. Caroline Irlinger