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Ein neues Leben für zwei Brüder

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Ein minderjähriges Flüchtlingsbrüderpaar hat bis vor Kurzem in der Wohngruppe für unbegleitete Flüchtlinge in der Insula gelebt. Auf dem Bild ist Salahe mit einer Betreuerin im Kindergarten zu sehen. Nun leben die beiden Buben in einer Jugendhilfeeinrichtung. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Zwei afghanische Brüder haben von Oktober bis jetzt in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Ausländer in der Lebenswelt Insula gelebt. Auf ihrer Flucht nach Deutschland wurden sie von ihren Eltern getrennt. Laut Erzählungen der beiden Buben gerieten sie bereits an der iranischen Grenze unter Beschuss und mussten von da an den weiten, gefährlichen Weg alleine meistern. Was mit den Eltern passiert ist, wissen die beiden bis heute nicht. Der »große Bruder« hat nach eigener Aussage noch die Worte der Mutter im Ohr: »Pass auf deinen kleinen Bruder auf.«


Sozialpädagogen, Psychologen, Ärzte und Sporttherapeuten des Rehazentrums Insula betreuen in der Wohngruppe maximal acht Buben. Am Nachmittag sind Sport und Spiel – zum Teil mit Patienten des Adipositas-Rehazentrums – angesagt. Auch die Mahlzeiten nehmen sie hin und wieder gemeinsam mit den übergewichtigen Jugendlichen ein. Dabei haben sich auch Freundschaften entwickelt. Am Vormittag aber ist Lernen angesagt. Vier Stunden Deutschunterricht an allen Werktagen zeigen bei den wissbegierigen Buben schon große Erfolge. Die beiden afghanischen Brüder können schon fast alles verstehen. Der Kleine, mit Namen Salahe, traute sich anfangs nicht, deutsch zu sprechen. Die vergangenen Wochen besuchte er den Kindergarten der Insula. Täglich setzte Salahe mutiger die deutsche Sprache ein. Vor Ostern musste er sich aber von den Kindern und Betreuerinnen im Kindergarten verabschieden. Fleißig hat er mithilfe der Erzieher Muffins gebacken und feierte mit allen Kindern seinen Abschied.

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Salahe und sein Bruder wohnen jetzt in einer Jugendhilfeeinrichtung in Oberbayern. Dort werden sie längerfristig leben und die Schule besuchen. fb