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Ein neues Zuhause für den Bauhof

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Der Ramsauer Bauhof war bis jetzt auf sieben Stellen verteilt. Nun soll er im neuen Gewerbegebiet »Reichlfeld II« eine neue Heimat finden. (Foto: Wechslinger

Ramsau – Der Gemeinderat hat den Planentwurf zur Aufstellung des Bebauungsplans »Reichlfeld II« in seiner Sitzung am Dienstagabend genehmigt. Dieser sieht ein Gewerbegebiet vor, in dem auch der Bauhof und das Wasserwerk der Gemeinde einen festen Platz bekommen sollen. Zudem sind zwei Gebäude für kleinere Gewerbebetriebe vorgesehen.


Martin Willeitner, Geschäftsleiter der Gemeinde Ramsau, gab den Gemeinderatsmitgliedern einen Überblick über den aktuellen Planentwurf. Demnach ist eine große Zufahrt von der B 305 zum Gewerbegebiet »Reichlfeld II« geplant. Dann soll sich auf der linken Seite das neue Gebäude befinden, in dem voraussichtlich der Bauhof und das Wasserwerk einquartiert werden. »Wir haben uns in den vergangenen Jahren mit Übergangslösungen durchgeschlagen, was den Bauhof und das Wasserwerk betrifft«, blickt Willeitner auf Nachfrage zurück. Damit verweist er auf die Unterbringung. Denn der Bauhof war insgesamt auf sieben Stellen aufgeteilt und nutzte unter anderem zwei Garagen zwischen Feuerwehrhaus und altem Gemeindehaus. Das sei ungünstig, da die Feuerwehr den Platz auch dringend brauche. »Sobald der Bauhof woanders untergebracht ist, kann sich dort die Feuerwehr breitmachen«, erklärte Willeitner.

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Der Planentwurf für »Reichlfeld II« sieht eine »locker gestreute Gebäudeansammlung« vor, die sich »dynamisch in die Landschaft einfügt«, erläuterte Willeitner in der Sitzung. Man lasse keine »Riesenhallen« zu, da diese am Ortseingang kein schöner Anblick wären. Der Steilhang dahinter soll nicht berührt werden. Das liegt zum einen an der Beschaffenheit: »Die Bodenschichten hauen bei Regen ab wie Schmierseife.« Daher soll das Risiko Hangrutsch minimiert werden, indem man nicht in den Hang hineinbaut. Zum anderen dient der große Hang als Ausgleichsfläche im Bebauungsplan.

Welche beiden Betriebe in die zwei weiteren Gebäude gegenüber dem Bauhof kommen, ist noch nicht klar. Allerdings gibt es bereits konkrete Vorhaben für die B 305, auf die der Bebauungsplan ausgeweitet wird: »Der Planentwurf sieht für die Zufahrt eine Linksabbiegespur vor«, informiert Willeitner. Zudem soll die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Seite versetzt werden. Die B 305 wird im Zuge des Bebauungsplans auch für »Fußgänger und Radfahrer optimiert«, wie der Geschäftsleiter verkündete.

Dritter Bürgermeister Josef Maltan (CSU) lobte das Vorhaben: »Ich finde, es ist eine schlüssige Planung, und ich bin froh, dass wir die erste verworfen haben.« Ihm sei wichtig, dass die Grünflächen so weit wie möglich erhalten bleiben.

Bürgermeister Herbert Gschoßmann (CSU) erinnerte am Dienstag an einen Vergleich, den Rudi Fendt bereits bei dem Aufstellungsbeschluss im Januar gemacht hatte. Damals bezeichnete er den Grundsatzbeschluss zum »Reichlfeld II« mit einer Bergtour, bei der zumindest die Richtung vorgegeben wurde. »Die Bergtour war so steinig und war mit so vielen Hindernissen gespickt, dass es neun Monate bis zur heutigen Vorlage gedauert hat«, sagte Gschoßmann schließlich am Dienstag. Rudi Fendt (Ramsauer Wahlblock) fügte hinzu: »Je steiniger der Weg, desto schöner der Gipfel. Wir sind mit diesem Planentwurf im Basislager angekommen.« Für die nächsten Generationen habe der Gemeinderat nun einiges geschaffen.

Gemeinderat Richard Graßl (CSU) sah den Planentwurf kritischer als seine Ratskollegen. »Wie ist die Bauhofverlegung zu finanzieren?«, fragte er. Man dürfe hier nicht nur euphorisch sein, sondern müsse auch überlegen, wie man die Kosten stemmen könnte. Martin Willeitner informierte auf Nachfrage: »Wir bewegen uns von den Kosten her im Bereich von 500 000 bis eine Million Euro.«

Letztlich stimmten alle Räte bis auf Richard Graßl für den Planentwurf. »Wir hoffen, dass alles in den kommenden fünf Jahren umgesetzt wird«, sagte Willeitner auf Nachfrage. Ab Montag liegt das Konzept eine Woche lang zur Einsicht aus. Dann haben Bürger und Behörden einen Monat lang Zeit, Stellungnahmen abzugeben. Annabelle Voss