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Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr

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Die Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehren Bischofswiesen und Marktschellenberg mit den Ausbildern, Kommandanten, Kreisjugendwart und Kreisbrandmeister. Fotos: Scharf
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Nicht nur »Manpower«, auch Mädchen haben die Handgriffe der Feuerwehr in fester Kontrolle.
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Hier galt es, eine verschüttete Person zu befreien und zu retten. Nicht nur hochmodernes Rettungsgerät steht der Feuerwehr zur Verfügung, sondern auch einfache Hilfsmittel wie Schaufel und Pickel. Bei dieser Übung war auch Kreisbrandmeister Harry Pirker (l.) aus Bayerisch Gmain anwesend, um sich vom Ausbildungsstand der Jugendlichen zu überzeugen.

Bischofswiesen – Traditionell halten die Jugendgruppen der Freiwilligen Feuerwehren Bischofswiesen und Marktschellenberg einmal im Jahr ihren Berufsfeuerwehrtag ab. Dieses Mal trafen sich die Nachwuchsfeuerwehrler in Bischofswiesen. Bei dieser Übung läuft alles wie bei der Berufsfeuerwehr ab. Die Jugendlichen waren 24 Stunden im Feuerwehrhaus und mussten etliche Übungseinsätze abarbeiten.


Um 9 Uhr war Dienstbeginn. Der 1. Kommandant der Feuerwehr Bischofswiesen, Georg Graßl, sowie Kreisjugendwart Hans Grabner aus Teisendorf und Kreisbrandmeister Harry Pirker aus Bayerisch Gmain begrüßten die Jugendlichen.

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Danach folgte die Einteilung auf die Fahrzeuge und die Fahrzeug- und Gerätekunde. Dann ging es auch schon mit dem ersten Alarm los. Ein Lagerfeuer an der Ache geriet außer Kontrolle. Am Einsatzort angekommen, galt es zuerst, drei verletzte Personen zu versorgen und gleichzeitig mit der Brandbekämpfung zu beginnen.

Am Feuerwehrhaus wieder angekommen, wurde fast zeitgleich zu zwei Einsätzen alarmiert. Zum einen musste eine Person befreit werden, die unter einem Auto eingeklemmt war. Zum anderen musste ein mit Wasser vollgelaufener Keller ausgepumpt werden. Als diese Einsätze abgearbeitet waren, freuten sich alle auf das Mittagessen. Aber wie im richtigen Leben freute man sich zu früh. Eine Brandmeldeanlage, die angeschlagen hatte, rief die Jugendlichen zum nächsten Einsatz. Gott sei Dank stellte sich vor Ort dann heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Also kam man schnell wieder zurück an den Mittagstisch.

Nachdem man gegessen hatte und sich etwas erholen konnte, mussten ein Waldbrand bekämpft und eine Person aus unwegsamen Gelände gerettet werden. Bei dieser Übung galt der Schwerpunkt der Wasserförderung über lange Schlauchstrecken. Es wurde aus der Bischofswieser Ache mit einer Tragkraftspitze angesaugt und eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung verlegt.

Zurück in der Wache und kaum zur Ruhe gekommen, musste man nach Loipl ausrücken. Waldarbeiter waren nicht mehr nach Hause gekommen und die Angehörigen verständigten die Feuerwehr. Es wurde gleich eine weiträumige Suchaktion angelegt. Eine der vermissten Personen lag unter einem Baum und musste dort befreit werden. Die anderen zwei Vermissten wurden ebenfalls schnell gefunden und zur Schwarzecker Straße getragen, um sie dort dem Rettungsdienst zu übergeben.

Im Anschluss an diesen Übungseinsatz folgte ein Werkstattbrand. Eine verletzte Person musste aus der brennenden Autowerkstatt gerettet werden, ein zweites Opfer wurde außerhalb der Gefahrenstelle erstversorgt.

Jetzt kam der gemütlichere Teil. Auf der Terrasse des Feuerwehrhauses wurde gegrillt und die Jugendlichen hatten genügend Zeit, sich zu erholen und auszuruhen. Bis zur nächsten Alarmierung: »Mehrere verschüttete Personen nach Sprengarbeiten in einer Kiesgrube«. Am Unglücksort galt es erst einmal, die verschütteten Personen zu lokalisieren und diese zu retten. Dies war sehr schwer, da die Opfer zum Teil mit größeren Steinen verschüttet waren. Aber mit viel Manpower und auch Frauenpower gelang es, die Personen aus ihrer misslichen Lage zu befreien und diese zur Verletztensammelstelle zu bringen. Am späten Abend folgte dann der letzte Einsatz für diesen Tag. Eine »Ölspur« auf einem Großparkplatz musste gebunden und beseitigt werden. Im Anschluss folgte die wohlverdiente Nachtruhe und jeder konnte sich von den Strapazen dieses doch sehr anstrengenden Tages erholen.

Nach dem Wecken musste man doch noch mal raus. Ein Nebengebäude eines Anwesens hatte Feuer gefangen. Zur Wasserversorgung wurde aus dem Schwarzeckerbach angesaugt und eine kurze Förderleitung verlegt. Im Feuerwehrhaus wieder angekommen, wurden die Fahrzeuge gereinigt und das Material wieder aufgefüllt.

1. Kommandant Georg Graßl beendete die Veranstaltung und resümierte, dass alle Übungen mit Bravour und großem Können abgearbeitet worden sind und bestätigte eine intakte Jugendgruppe der beiden Wehren Bischofswiesen und Marktschellenberg. Neben all den Helfern und Ausbildern ging sein besonderer Dank an den stellvertretenden Jugendwart von Bischofswiesen, Christoph Zuhra, der sich seit Januar die Mühe machte, diesen Übungstag auszuarbeiten und zu organisieren. tho