weather-image
25°

Ein wirtschaftliches Erfolgsmodell

2.1
2.1
Bildtext einblenden
Anlässlich der 45. Beiratssitzung für den Nationalpark Berchtesgaden ehrten Staatsministerin Ulrike Scharf (2.v.l.), Landrat Georg Grabner (l.) sowie Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel (r.) die langjährige Leiterin des Fachbereiches »Naturschutz und Jagdwesen« im Landratsamt Berchtesgadener Land. Hanni Eichner wird im August 2016 ihren verdienten Ruhestand antreten. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Berchtesgaden – Die Zahlen sind beeindruckend: Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, stellte im Rahmen der 45. Beiratssitzung für den Nationalpark Berchtesgaden die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu den regionalwirtschaftlichen Effekten des Schutzgebietes vor. Demnach können 573 Menschen durch die Ausgaben der »Nationalpark-Touristen« ihr Einkommen bestreiten.


»Unsere Nationalparke sind wahre Kronjuwelen der Artenvielfalt. Der Nationalpark Berchtesgaden ist dabei nicht nur ein wunderschönes Stück Bayern, sondern auch ein wirtschaftliches Erfolgsmodell. 2015 war ein Rekordjahr«, betonte Staatsministerin Scharf vor 30 Beiratsmitgliedern in ihrer Begrüßungsrede. Rund 1,6 Millionen Gäste besuchen das Schutzgebiet rund um Watzmann und Königssee jährlich und generieren dabei rund 90 Millionen Euro Bruttoumsatz. »Damit leistet der Nationalpark Berchtesgaden einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Er ist vor Ort bestens verankert und vernetzt«, so Scharf.

Anzeige

»Ein Höhepunkt der Arbeiten im vergangenen Jahr war die Organisation und Durch-führung des Besuchs einer vierköpfigen Delegation aus dem neuen Partner-Nationalpark Yosemite National Park in Kalifornien, USA«, begann Nationalparkleiter Dr. Michael Vogel die Vorstellung des Tätigkeitsberichtes für 2015. Zudem wur-den rund 80 Journalistengruppen zumeist persönlich bei ihren Recherchen im Schutzgebiet betreut. Im Rahmen einer neuen Kooperation unterstützt die Südsalz GmbH das Steinadler-Projekt im Nationalpark, außerdem wurde der Relaunch der Webseite im modernen »Responsive Design« umgesetzt. Eine positive Jahresbilanz gab es auch im Bereich Umweltbildung: 2015 wurden bei 1 169 Veranstaltungen insgesamt 24 649 Gäste betreut – die höchsten Zahlen seit Beginn der Zählungen. Weiterer Höhepunkt im Jahreskalender war das 25-jährige Jubiläum des »Umweltpraktikums« mit einer zentralen Feier im Nationalparkzentrum »Haus der Berge«. Auch der erstmals durchgeführte Projekttag mit dem Gymnasium Berchtesgaden und rund 470 betreuten Schülern war ein großer Erfolg und wird 2016 wiederholt. Arbeitsschwerpunkt des Nationalpark-Dienstes (»Ranger«) war die Betreuung der Besucher im Gelände und in den Informationsstellen. Hinzu kamen unterstützende Tätigkeiten bei Forschungsvorhaben und im Wegebau. Knapp 400 000 Euro in-vestierte die Nationalparkverwaltung 2015 in den Unterhalt der Wege und Steige, rund 367 000 Euro kostete die Bekämpfung des Borkenkäfers. Auch der aktive Waldumbau wurde weiter vorangetrieben: In der Pflegezone pflanzten Nationalpark-Mitarbeiter insgesamt 22 600 Weißtannen, 12 000 Rotbuchen und 1 000 Lärchen.

Das Nationalparkzentrum »Haus der Berge« war im vergangenen Jahr an 363 Tagen geöffnet, an den Hauptzugängen wurden rund 154 400 Besucher gezählt. Das Außengelände beim »Haus der Berge« ist nahezu fertiggestellt, Restarbeiten werden 2016 abgeschlossen. Neu ist der im Sommer fertiggestellte Audioguide von Kindern für Kinder für die Ausstellung »Vertikale Wildnis«. Darüber hinaus wird 2016 weiter an der Fortschreibung des Nationalpark-Planes gearbeitet. Das neue Kletterkonzept soll bereits im laufenden Jahr vorgestellt werden. 2015 wurde erstmals seit zwölf Jahren wieder eine flächendeckende Luftbildinterpretation in Auftrag gegeben und das Netz der automatischen Klimastationen um zwei Standorte im Wimbachtal und Klausbachtal erweitert.

Von den Vertretern des Deutschen Alpenvereins, der Technischen Universität München, des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums sowie der Nationalpark-Gemeinde Schönau am Königssee gab es viel Lob für die gute Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung. »Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist groß«, betonte Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau am Königssee. »Es gibt mehrere Veranstaltungen im Jahr, bei denen Bürger mit Vertretern des Nationalparks direkt ins Gespräch kommen, das kommt gut an.«

Abschließend bedankte sich Staatsministerin Scharf bei den Beiratsmitgliedern für ihre Beiträge und Anregungen sowie für die stets konstruktive Begleitung der Arbeiten des Nationalparks. »Der Nationalpark ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die hier vor Ort sehr gut wahr- und angenommen wird«, so die Ministerin. fb