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»Eine echte Verstärkung für das Kabinett«

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Markus Söder (CSU)
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Foto: Peter Kneffel/Archiv Foto: dpa

Anger – Mit ihrer »Leidenschaft für Politik« und ihrem »unglaublichen Fleiß« sei ihm Michaela Kaniber schon früh aufgefallen, sagte der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder am Montagabend in Anger. Bei seinem Besuch im Berchtesgadener Land versprach er im vollen Bierzelt der heimischen Landtagsabgeordneten und CSU-Kreisvorsitzenden: »Wir werden auch in Zukunft auf dich setzen.«


In welcher Funktion das genau sein wird, hängt letztlich vom Wahlergebnis im Oktober ab. Die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten weiß, dass ihr Amt im Falle einer Koalition vermutlich vom Partner beansprucht wird. »Warten wir also erst einmal die Wahl ab«, sagte Michaela Kaniber am Rande der Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung – allerdings mit durchaus kämpferischem Unterton.

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Die Strategie in Anger: Geschlossenheit, gegenseitiges Lob statt scharfer Kritik an anderen – und dabei den politischen Gegner nahezu unter den Tisch fallen lassen. Wenn überhaupt, spielte Söder über die Bande und teilte eher gegen Bundesländer aus, vor allem gegen Berlin.

Mit Erstaunen war zu vernehmen, dass ein bayerischer Ministerpräsident Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht attackiert, sondern mit ihr konform geht: »Deutschland ist es noch nie so gut gegangen, und das hält Europa stabil«, freute sich der einstige Europaminister, um dann mit breiter Brust den Grund dafür zu verkünden: »Bayern ist das Leistungsherz Deutschlands.«

Zu einer moderaten Wortwahl griff er – nach Kritik auch aus den eigenen Reihen – in Sachen Zuwanderung und Asyl, inhaltlich hat sich hingegen wenig geändert. Söder erklärte, die Ausgaben für Migration und Integration seien höher als die Förderung von Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft zusammen, verknüpfte gleichzeitig mit dem Thema die Rentenprobleme einer Frau, die Kinder groß gezogen und Angehörige gepflegt hat. Dafür erntete er Beifall und Bravo-Rufe.

Ansonsten gab es mehr höflichen als überschwänglichen Applaus. Das kann die Kreis-CSU, die mit ihren Verbänden und Unterorganisationen zahlreich vertreten war, durchaus besser. Lauter und länger war der Beifall auf jeden Fall immer dann, wenn Generalsekretär Blume und Söder Lokalmatadorin Michaela Kaniber lobten.

Eine Erklärung, warum die CSU-Kreisvorsitzende gut bei den Menschen in der Region ankommt, liefert vielleicht ihre offizielle Begrüßung: Erst gratulierte die Bayerisch Gmainerin dem Trachtenverein Anger-Höglwörth, der einen Tag vor Beginn seiner Festwoche das Festzelt für die CSU-Wahlveranstaltung zur Verfügung gestellt hat, dann den »Mitarbeitern im Hintergrund, vor allem den vielen starken Frauen, die Männer sieht man eh immer« – und erst als dritter kam der Ministerpräsident an die Reihe. Söder nahm seiner Ministerin die Prioritätenliste sichtlich nicht übel, sondern bescheinigte ihr, »eine echte Verstärkung für das Kabinett« zu sein. ze