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Eine für alle tragbare Lösung finden

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Bischofswiesen – Mit starker Selbstbeherrschung diskutierte der Gemeinderat Bischofswiesen am Dienstag über die Caritas-Pläne, das Seniorenwohnheim »Felicitas« in der Stanggaß umzustrukturieren oder vielleicht sogar ganz zu schließen. So hielt man sich trotz spürbaren Grolls weitgehend mit Kritik zurück und bot der Caritas stattdessen die Unterstützung der Gemeinde an, falls man eine für alle Seiten tragbare Lösung finde.


Das Thema griff Paul Grafwallner (UBB) auf, der von großer Betroffenheit bei den Bewohnern und Mitarbeitern, aber auch bei der Bevölkerung sprach. Vonseiten des Gemeinderats sollte man die Caritas auf der Suche nach einer für alle tragbaren Lösung unterstützen und in baurechtlicher Sicht die Mithilfe in Aussicht stellen.

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»Es geht dort um sehr viele Menschen, deshalb ist das ein wichtiges Thema«, sagte Bürgermeister Thomas Weber, der nach eigenen Aussagen derzeit rund 50 Prozent seiner Arbeitszeit in die »Felicitas« investiert. Es sei wichtig, dass es eine gute Übergangslösung gibt – in welche Richtung auch immer. »Ich gehe von einer Umorganisation aus und rechne derzeit nicht mit dem Worst Case«, sagte Weber. Akzeptieren wolle er jedenfalls nicht, wenn die Caritas alle Beteiligten kurzfristig vor vollendete Tatsachen stelle und man keine Zeit mehr habe zu reagieren. Er arbeite im Hintergrund an Lösungen, sagte Thomas Weber. So habe er auch Gespräche mit der »Insula« geführt, die der Caritas im Bedarfsfall unter die Arme greifen wolle. Der Bürgermeister sieht aber keine Möglichkeit, die Caritas zum Weiterbetrieb der »Felicitas« zu verpflichten. »Dann würde die Einrichtung von innen heraus zerbröckeln. Was wir brauchen, ist stattdessen ein Plan und ein ehrlicher Dialog«, so der Rathauschef.

Für Hans Metzenleitner (SPD) war es »befremdlich, wie in einer Hauruck-Methode plötzlich der Betrieb der Einrichtung zur Disposition gestellt wurde«. Viele alte Menschen hätten dort eine Heimat gefunden. Normalerweise wisse man es deutlich früher, wenn sich ein Betrieb nicht wirtschaftlich führen lässt. Ähnlich sah es Michael Sturm von den Grünen, der von einem »unprofessionellen Vorgehen« sprach. Man nenne einfach den 31. Mai als Termin, wisse aber nicht, wie es dann weiter geht. UK

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