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Eine Herausforderung am Flügel

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Die Schriftführerin des Kulturkreises, Karin Fiebig, mit den jungen Musikerinnen und Musikern der ersten Altersgruppe.
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Die Jury hatte keine leichten Entscheidungen zu treffen (v.l.): Sylvia Carlson, Markus Hanke, Simone Resch und Kristi Bergh-Kauf. Fotos: Anzeiger/Merker

Berchtesgaden – Der Kulturkreis Berchtesgaden lud für Samstag zu seinem zweiten Klavierwettbewerb in die Aula des Gymnasiums Berchtesgaden ein. Am vereinseigenen Förster-Flügel spielten Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren.


Mit zahlreichen Notenheften bewaffnet nahmen die Kinder und Jugendlichen, nach Alter in drei Gruppen aufgeteilt, auf dem Klavierhocker Platz. Die Jüngsten reichten dabei noch nicht zu den Pedalen herab, dass sie aber trotz ihres jungen Alters schon sehr gut spielten, davon konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer überzeugen. Insgesamt nahmen 14 Klavierschülerinnen und -schüler an dem Wettbewerb teil. Mindestens zwei Stücke mussten auf der Bühne vor Publikum und der Jury gespielt werden. Dabei war nicht nur Klassisches zu hören, sondern auch Jazzstücke, Metallrock oder Filmmusik.

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Fleißig geübt hatten sie alle und bewiesen, dass man sich um den klassischen Musikerinnen- und Musikernachwuchs im Tal keine Sorgen machen muss. Doch so einen Wettbewerb meistert man nicht durch Üben alleine. Denn es gilt auch, sich der Herausforderung zu stellen, vor Publikum und Jury zu spielen. Da heißt es Nerven zu bewahren und die Konzentration war an den Gesichtern abzulesen. Selten genug schlich sich ein Fehler ein und wenn es der Fall war, dann musste der Spieler auch den Mut haben, einfach weiterzuspielen und sich nicht rausbringen zu lassen.

Die Schriftführerin des Kulturkreises und die Organisatorin des Wettbewerbs, Karin Fiebig, fasste das griffig zusammen: »Auch wenn man nichts gewinnt, hat man trotzdem gewonnen, nämlich eine wertvolle Erfahrung.« Denn im Leben gibt es immer wieder Situationen, in dem man vor Publikum auftreten muss. Bei der Teilnahme an so einem Wettbewerb lernt man, mit der eigenen Aufregung umzugehen und sie auszuhalten. Die Kinder und Jugendlichen spüren, dass Lampenfieber auch gut sein kann, denn es fördert die Konzentration und setzt manchmal ungeahnte Kräfte frei. Wobei nicht immer sicher war, wer aufgeregter war, die Eltern oder die Kinder.

Nach jedem Auftritt verbeugten sich die Nachwuchspianisten artig vor dem Publikum und der Jury. Diese bewertete jede Gruppe einzeln. Maximal 80 Punkte in acht Bewertungskategorien konnten vergeben werden. Dabei spielt der Schwierigkeitsgrad, die Spielsicherheit, der Vortrag und die Werktreue eine Rolle. In der Jury saßen Sylvia Carlson, Simone Resch, Kristi Bergh-Kauf und Markus Hanke. Sie hatten die schwere Aufgabe, die jeweiligen drei Preise zu vergeben. Die Geldpreise hatten regionale Sponsoren bereitgestellt und ein Mozarttaler versüßte diese noch zusätzlich. Sehr zufrieden mit der dargebotenen Qualität zeigten sich die Jurymitglieder. In den Pausen, wenn sich die Jury zur Beratung zurückzog, konnten sich das Publikum und die Teilnehmer an dem von der Q11 angerichteten Buffet erfrischen.

Der Klavierwettbewerb soll weiterhin alle zwei Jahre ausgerichtet werden, um mit dem Wettbewerb die Jugend zu fördern. »Auch«, so Karin Fiebig, »um einen Ausgleich zu schaffen, da die Klavierschüler bei uns wegen der sehr weiten Anfahrtsstrecken zu den üblichen bayernweiten Klavierwettbewerben benachteiligt sind.« Christoph Merker