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Eine neue Bucherbrücke für das Wachterl

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Die Bucherbrücke am Wachterl ist in die Jahre gekommen, aus diesem Grund ist eine Teilerneuerung unumgänglich. Ob dafür die Alpenstraße nächstes Jahr für knapp sechs Monate voll gesperrt werden muss oder nicht doch eine Behelfsbrücke angebracht werden kann, stellt sich in der kommenden Woche heraus. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Ramsau – Im Rahmen der Ramsauer Bürgerversammlung präsentierte Vitus Danzl vom Staatlichen Bauamt Traunstein am Mittwochabend die für nächstes Jahr geplante Baumaßnahme an der Bucherbrücke über dem Schwarzbach im Wachterlgebiet. Die Bucherbrücke aus dem Jahr 1934 soll teilerneuert werden sowie einen neuen Fahrbahnbelag bekommen. Für die Arbeiten müsste die Deutsche Alpenstraße rund sechs Monate komplett gesperrt werden. Inwieweit eine Behelfsbrücke die Vollsperrung verringern könnte, soll sich in den nächsten Tagen herausstellen.


Bei der Bucherbrücke handelt es sich um eine Brücke mit einer Stützweite von 75 Metern in einem sehr engen Tal über dem Schwarzbach. Sowohl der Überbau wie auch die Pfeilerköpfe müssen dringend erneuert werden, zudem sollen die Widerlager beidseitig mit Beton ummantelt werden, um die Stabilität der Brücke zu gewährleisten. Zu guter Letzt bekommt die Brücke einen neuen Fahrbahnbelag sowie neue Geländer.

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Geht es nach Vitus Danzl sollen die Vorarbeiten bereits am 15. Oktober starten, bis Weihnachten sieht er vor, das Traggerüst anzubringen, ehe eine Winterpause folgen soll. Im Februar 2014 soll es schließlich ernst werden, die Abbrucharbeiten beginnen und damit die Vollsperre der B 305 bis Juni/Juli. Ab Mitte des Sommers 2014 könnte der Verkehr dann wieder bis zur Fertigstellung einspurig über die Brücke verlaufen.

Kosten: 2 Millionen Euro

Inwieweit das Anbringen einer Behelfsbrücke möglich ist, möchte Vitus Danzl in den nächsten Tagen erneut prüfen lassen. »Wir befinden uns hier in einem sehr engen Tal, die Straße von Schneizlreuth in Richtung Ramsau verläuft vor der Brücke in einem engen Bogen, zudem umgrenzt eine steile Böschung die Straße und es handelt sich am Schwarzbach um ein FFH-Gebiet, welches wir nicht einfach ignorieren können«, so Danzl. »Wir werden nochmals prüfen, ob eine Behelfsbrücke auf der Nordseite nicht doch möglich ist, aber heute kann ich es Ihnen nicht zusichern«. Die Kosten für die Teilerneuerung der Bucherbrücke werden sich auf rund 2 Millionen Euro belaufen. Im Zuge der Bauarbeiten sollen auch zwei weitere kleine marode Brücken am Wachterl saniert werden.

Das Wachterl in Ramsau passieren täglich an die 3 000 Fahrzeuge, vor allem für die Ramsauer Gastronomie- und Pensionsbetriebe, aber auch für Berufspendler würde es im nächsten Jahr aufgrund einer rund sechsmonatigen Vollsperre der Alpenstraße zu starken Einschränkungen kommen. Aus diesem Grund appellierte Bürgermeister Herbert Gschoßmann dringlichst an Vitus Danzl, die Möglichkeit einer Behelfsbrücke, welche die Beeinträchtigungen für Einheimische und Touristen massiv verkürzen würde, aufs Eingehendste zu prüfen. »Niemand verlangt hier etwas Unmögliches, aber alles Mögliche muss vorher geprüft werden«, so Gschoßmann, »wenn sich nach eingehender Prüfung herausstellt, dass eine Behelfsbrücke nicht möglich ist, dann ist es so. Aber da die ganze Ramsau tangiert und folglich leidtragend ist, ist es legitim, eine Prüfung zu verlangen«, forderte das Gemeindeoberhaupt nachdrücklich von Danzl.

Zudem möchte Bürgermeister Herbert Gschoßmann auch weiterhin an den Projektgesprächen beteiligt sein, auch um seinen Bürgern zeitnah Auskünfte geben zu können und sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen zu müssen. »Sollte es mit den Prüfungen 2014 zu knapp werden, müssen wir die Maßnahme eben auf 2015 verschieben«.

Erste Antworten am 1. Oktober

Bei den Ramsauern warf das Projekt »Buchnerbrücke« nicht nur Sorgen aufgrund der damit verbundenen Vollsperre auf, sondern auch viele Fragen und Diskussionen – angefangen von der Möglichkeit einer hydraulischen Verschiebung der Brücke, bis hin zur Qualifikation der auszuführenden Firma sowie geplanten Vollsperrungen in der Nachbargemeinde Bischofswiesen. Vitus Danzl versprach, regelmäßig Informationen über den aktuellen Sachstand im Rahmen von Pressemitteilungen zu geben.

Die spannendste und wohl wichtigste Antwort für die Ramsauer Bürger möchte der Straßenbauexperte aber bereits in der nächsten Woche liefern: In der Gemeinderatssitzung am 1. Oktober soll verkündet werden, ob eine Behelfsbrücke für die Baumaßnahme möglich ist oder nicht. Caroline Irlinger