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Einen aufs Dach gekriegt

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Berchtesgaden - Über die Köpfe hinweg entschieden wurde die Installation einer Mobilfunkantenne Anfang der Woche auf dem Dach des Finanzamtes. »Wir haben darauf überhaupt keinen Einfluss«, betont die Leiterin des Finanzamts Berchtesgaden-Laufen, Susanne Samborski. Eine mögliche Gesundheitsgefahr? Bürgermeister Franz Rasp wiegelt ab. Trotzdem soll der Mast abgeschirmt werden. Denn gegenüber liegt Berchtesgadens Bürgerheim.


Bei so manchem Berchtesgadener ist die Unsicherheit groß: »Die passt mir gar nicht«, sagt eine Spaziergängerin, die im Nonntal wohnt. Sie meint die Antenne auf dem Finanzamtsdach. Geregelt wird die Neu-Installation in der »Rahmenvereinbarung über die Benutzung von Grundstücken und Gebäuden des Freistaats Bayern für die Errichtung und den Betrieb von Funkstationen«. Moderne Mobilfunknetze seien unverzichtbar, arbeitsmarktpolitisch und volkswirtschaftlich von hoher Bedeutung, heißt es dort. Ein »weiterer rascher und flächendeckender Ausbau der Mobilfunknetze in Bayern« sei daher erforderlich.

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Allerdings haben die Mitarbeiter des Finanzamts kein Mitspracherecht. Die Entscheidung des Freistaats Bayern, eine Mobilfunkantenne zu installieren, ist nicht anfechtbar. So darf die grundbesitzverwaltende Behörde, also das Finanzamt, »die Nutzung für Zwecke des Mobilfunks (…) grundsätzlich nicht mit dem allgemeinen Hinweis auf eine vermutete gesundheitsgefährdende Wirkung einer Mobilfunkanlage verweigern«, heißt es unter Punkt 8.

Wenige Gefahren erkennt Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp: »Mit Sicherheit ist es gefährlicher, das Telefon dauernd in der Hosentasche zu tragen«, sagt er. Und trotzdem sieht er Handlungsbedarf. »Wir haben mit den Betreibern bereits Kontakt aufgenommen.« Wegen des Bürgerheims auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Erreichen möchte Franz Rasp eine Abschirmung hin zum Altenheim, obwohl die Sendeantennen des Mastes sowieso nicht in Richtung der Gemeindeliegenschaft ausgerichtet sind. Technisch sei die Abschirmung möglich - und so wie es aussieht, wird sie schon bald umgesetzt werden. Also alles nur halb so schlimm? »Handymasten findet man inzwischen überall«, sagt Rasp. Außerdem sei die Sorge meist größer als die Gefahr. kp