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Einen Euro mehr für weniger Ärger

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Für den Parkplatz Königssee hat der Gemeinderat Schönau am Königssee eine neue Gebührenverordnung verabschiedet, die ab 1. April auch für Hammerstiel und Hinterbrand gilt. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee – Der Gemeinderat Schönau am Königssee hat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend eine Erhöhung der Gebühren für die Parkplätze Königssee, Hinterbrand und Hammerstiel beschlossen. Außerdem wurden die Gebührensätze neu gestaffelt. Die Verordnung tritt am 1. April in Kraft.


Es sorgt immer wieder für Ärger und Beschwerden: Urlaubsgäste unterschätzen die Aufenthaltsdauer – beispielsweise am Königssee – und werfen zu wenig Geld in den Parkscheinautomaten. Und bei der Rückkehr klemmt ein Strafzettel hinter dem Scheibenwischer. »Die Gäste kommen mit der Staffelung der Gebühren nicht zurecht«, erklärte Bürgermeister Hannes Rasp (CSU) den Gemeinderäten. Die Beschwerden der Gäste würden sich interessanterweise nicht gegen die Höhe der Gebühren richten.

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Die neue Verordnung sieht deshalb ein anderes System vor. Es gibt nur noch zwei Gebührensätze. Nämlich für eine Stunde und für einen Tag. Die gleiche Staffelung hat übrigens auch die Ramsau. Das erklärte Ziel der neuen Staffelung: »Der Gast soll ein Ticket für den ganzen Tag lösen«, so Rasp. Und immerhin bekomme der Gast auch was für sein Geld. Nämlich eine Touristinfo, die künftig ganzjährig geöffnet ist, und ein kostenloses WC. Ein solches ist übrigens auch für den Parkplatz Hammerstiel geplant.

Michael Lochner (FW) befürwortete die neue Verordnung, störte sich allerdings an der 60-Minuten Lösung. »Es wäre besser, zwei Stunden anzubieten«, sagt er. Darauf erwiderte Hannes Rasp, dass die Gäste in diesem Fall denken könnten, dass sie es doch in zwei Stunden schaffen. »Bei einer Stunde ist es klar, dass das nicht geht«, betonte der Bürgermeister.« Wir möchten den Gast dazu animieren, dass er das Tagesticket löst, damit er sich keine Gedanken machen muss.«

Andreas Pfnür (SPD) regte an, dass Einheimische – wie früher – zum vergünstigten Preis parken können. Also, wie die Inhaber einer Gästekarte nur die Hälfte zahlen müssen. Für Hannes Rasp undenkbar. Denn erstens gehe es mit den neuen Automaten rein technisch nicht. Und zweitens habe die EU etwas gegen solche Regelungen.

Luca Guscelli (Grüne) regte an, den Parkplatz Hinterbrand zu erweitern. Schließlich werde der neue Klettersteig am Jenner mit Sicherheit ein Erfolg. Ein Vorschlag, den Bürgermeister Rasp für überdenkenswert hielt.

Mit der Gegenstimme von Johann Hölzl (FW) wurde die neue Gebührenverordnung verabschiedet. Unter anderem soll die Tageskarte am Königssee für Autos ab 1. April 5 Euro kosten. Bis jetzt sind es 4 Euro. Der Parkplatz ist von 7 bis 19 Uhr gebührenpflichtig. Für die Parkplätze Hammerstiel und Hinterbrand sind künftig 3 Euro pro Tag fällig, momentan sind es noch 2 Euro. Beide Parkplätze sind ganztags gebührenpflichtig. Christian Fischer