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Einsame Sanierung der Gmundbergmauer

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Beschwerden von Anwohnern gibt es aktuell zur Mauersanierung am Gmundberg. »Da arbeitet keiner.« Das Staatliche Bauamt sagt, die Baustelle sei jeden Tag mit fünf Mann besetzt. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Der Gmundberg ist wegen Mauersanierungsarbeiten unterhalb des »Hauses der Berge« halbseitig gesperrt, ein großes Baugerüst blockiert eine Straßenseite. Voraussichtliche Dauer: bis in den Juli hinein. Beschwerden hagelt es nun von Anwohnerseite. Der Vorwurf: Auf der Baustelle werde kaum gearbeitet. »Hauptsache das Gerüst steht und die Autofahrer müssen lange Umwege machen«, heißt es in einem Brief, der an das Staatliche Bauamt Traunstein gerichtet ist und dem »Berchtesgadener Anzeiger« vorliegt. Das Bauamt hat mittlerweile einen weiteren Bauabschnitt angekündigt, der noch in diesem Jahr beginnen soll.


Die an den Gmundberg grenzende Mauer, die das Areal des »Hauses der Berge« abgrenzt, wird saniert. Sie ist in die Jahre gekommen, Steine sind locker, »es gibt einige große Mängel, die ausgebessert werden müssen«, sagt Johann Wagner vom Staatlichen Bauamt Traunstein. Rund sieben Wochen hat das Bauamt für die Maßnahme eingeplant, »also bis Mitte Juli (...), was auch nicht verwunderlich ist, wenn der Arbeitseinsatz auf dem Gerüst derartig ›personalintensiv‹ (...) vonstattengeht«, scherzt ein Anwohner, der sauer ist. Er hat sich in einem Brief an das Staatliche Bauamt gewendet, weil er nicht einsieht, warum der Gmundberg die gesamte Zeit über nur einseitig befahrbar ist, gleichzeitig auf der Baustelle aber keine Arbeiter zu finden seien: »Für uns Anlieger ist die Beeinträchtigung enorm«, schreibt er.

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Und weiter: »Auf den Bürger kommt es anscheinend ja auch hier nicht an. Es wird angewiesen und damit basta.« Ein weiterer Anwohner beobachtet das Geschehen laut Aussage »tagtäglich«. Jeden Tag gehe er am Mauergerüst vorbei, schaue, was dort vor sich gehe. Erst einmal habe er zwei Handwerker an der Mauer arbeiten gesehen.

Aus dem Staatlichen Bauamt Traunstein heißt es, dass »jeden Tag fünf Arbeiter aus Sachsen-Anhalt auf der Baustelle arbeiten«, so Johann Wagner im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Baustelle könne nicht in einer »Hauruck-Aktion« abgeschlossen werden. Das benötige viel Zeit. Immerhin seien die Schäden an der Mauer enorm: Steine müssten ausgewechselt, Fugen verschlossen werden. Ein zweiter Bauabschnitt würde in diesem Jahr erfolgen.

»Eigentlich könnte man die Behinderung mit einer Ampelanlage lösen. Mit kurzen Grünphasen, damit sich keine langen Staus entwickeln«, meint ein Anwohner aus der Gräfin-Waldersee-Siedlung. »Noch besser wäre es, kürzere Bauabschnitte einzuplanen, mit einer Gegenverkehrsregelung, zumindest an den Geraden – und wenn es gar nicht anders geht, dann könnte man in dem kurzen Kurvenbereich für wenige Tage die Einbahnregelung durchführen«, schreibt er weiter.

In jedem Fall solle das Staatliche Bauamt Traunstein auf die verantwortliche Baufirma »einwirken, mehr Arbeitskräfte einzusetzen und am Abend und den Wochenenden durchzuarbeiten.« Den Bürgern, meint der Anwohner, würde dies durchaus entgegenkommen. Kilian Pfeiffer

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