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Gemeinderat Ramsau thematisiert Um- und Nachnutzung von Grundstücken

»Einzelperson darf keine Selbstjustiz üben«

Ramsau – Für Aufregung sorgte in den letzten Wochen der Schriftzug »Schandfleck Nr. 1«, der auf einen Container auf einem Grundstück an der Wimbachbrücke aufgesprüht worden war (wir berichteten). Zudem beschädigten Unbekannte zweimal einen dort abgestellten Lkw und verursachten dadurch einen Schaden von mehreren Tausend Euro. Bürgermeister Herbert Gschoßmann nahm dazu in der jüngsten Ramsauer Gemeinderatssitzung am Dienstagabend Stellung.


Abgestellte Container und Lastwagen auf dem Grundstück unmittelbar an der B 305 an der Wimbachbrücke beschäftigen die Bürger von Ramsau seit Langem. Neue Brisanz bekam dieses Thema nun durch Unbekannte, die den Schriftzug »Schandfleck Nr. 1« auf einen der Container aufsprühten und dort geparkte Lkws beschädigten.

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»Für die Nutzung von Grundstücken gibt es die verschiedensten rechtlichen Rahmenbedingungen; im Rahmen dieser Bedingungen kann ein Eigentümer sein Grundstück nutzen wie er möchte«, so Bürgermeister Gschoßmann, »ob es also schön ist oder nicht, sagt nichts über die sachgemäße korrekte Nutzung eines Grundstückes aus.« Von den Sachbeschädigungen distanzierte sich Gschoßmann in der Sitzung aufs Schärfste: »Eine Einzelperson darf hier keine Selbstjustiz üben, nur weil es ihr nicht gefällt.«

Um die Situation nun in den Griff zu bekommen, hat das Gemeindeoberhaupt das Landratsamt eingeschaltet. »Ein Sachverständiger prüft jetzt die sachgemäße Nutzung des Grundstückes, das Ergebnis wird in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt.« In dieser Sitzung soll auch der Grundstückseigentümer die Möglichkeit bekommen, seine Lage zu erläutern. In einem Gespräch mit dem Bürgermeister hat sich dieser bereit erklärt, einen geeigneten Sichtschutz anzubringen.

Bürgermeister Herbert Gschoßmann legte großen Wert darauf, sich nicht nur auf dieses eine Grundstück an der Wimbachbrücke zu konzentrieren, sondern auch andere Grundstücke auf Ramsauer Gemeindegebiet hinsichtlich ihrer Nutzung zu überprüfen. Das griff auch 2.  Bürgermeister Rudi Fendt (Ramsauer Wahlblock) auf: »Bemerkenswert ist das Aufsprühen der Nummer, das heißt, es gibt mehrere Orte, mit denen man vielleicht nicht zufrieden sein kann.« Auch Fendt distanzierte sich von den Sachbeschädigungen und den Beschuldigungen – »das ist nicht der richtige Weg« – betonte aber gleichzeitig, dass mit einfachen Mitteln zur Verschönerung des Ramsauer Ortsbildes beigetragen werden könne.

Wie lange dieses Thema bereits die Ramsauer Gemeinde beschäftigt, verdeutlichte Hannes Grill: »Über die Situation auf dem Grundstück redet mittlerweile der vierte Gemeinderat, es sticht einfach brutal ins Auge. Der Fall gehört irgendwann erledigt und zwar so, dass jeder zufrieden ist, schließlich ist dort das Einfahrtstor zur Ramsau.« Für die Lagersituation äußerte Hannes Grill zwar Verständnis – »aber man kann es bestimmt auch so lagern, dass es ansehnlich ausschaut«.

Auf eine schnelle Lösung pochte auch Sebastian Karl (Ramsauer Wahlblock). »Der erste Augenschein zeigt eine gewerbliche Nutzung, doch welches Gefährdungspotenzial geht von den jahrelang nicht bewegten Lastwagen und Containern aus?« Mit wenigen Worten brachte es Sebastian Karl schließlich auf den Punkt: »Eigentum steht unter erhöhtem Schutz, doch es verpflichtet auch. Und wir sollten darauf drängen, dass das Landratsamt das Gefährdungspotenzial für die Umwelt dort prüft.« Caroline Irlinger