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Eiskalte Bahn und dampfender Schweinsbraten

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Die älteren Herren aus Ramsau schießen mit viel Gefühl. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Akrobatische Verrenkungen lassen sich bei diesem Sport nicht vermeiden.
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Kein Millimeter wurde verschenkt. Der Moar »Brunner Much« misst genau.
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»Auzinger«-Wirt Toni Hillebrand kam nur kurz vorbei und schaute ob die Eisbahn passt, schließlich musste er das Bradl machen.

Ramsau – 74 Eisstockschützen aus Ramsau und Bischofswiesen haben sich am Samstagnachmittag zum traditionellen »Bradlschießen« beim Gasthaus »Auzinger« in Ramsau getroffen.


Das »Bradlschießen« beim Gasthaus »Auzinger« gibt es schon seit über 100 Jahren. Damals kamen Fuhrleute mit Kurgästen in die Ramsau zum Hintersee. Während eines längeren Aufenthaltes ihrer Fahrgäste stellten sie ihre Pferde beim Auzinger ein und schossen mit den Eisstöcken darum, wer das »Bradl«, einen Schweinsbraten, zahlen muss.

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Der Wirt Toni Hillebrand hat eine Eisbahn hinter seinem Gasthaus perfekt hergerichtet und die kalten Temperaturen und der Sonnenschein taten das Ihrige dazu. Jede Mannschaft hatte einen »Moar«. Bei den Bischofswiesern war dies Franz Neudecker, der »Brenner Franze«, und bei den Ramsauern Michael Datzmann, der »Brunner Much«. Mit langen Holzstöcken maßen sie die Abstände zur Taube und gaben ihren Kameraden die Richtung zum Schießen vor.

An den Eisstöcken der Bischofswieser Eisstockschützen war ein rotes Band befestigt. Haben alle durchgeschossen und es stand ein Stock ohne Band am nächsten bei der Taube, haben die Ramsauer gewonnen. Stand ein Stock mit Band am nächsten bei der Taube, haben die Bischofswieser gewonnen. Anschließend wurde in die andere Richtung geschossen. Hat man dabei einen Ausgleich erzielt, gab es ein drittes Schießen wieder in die andere Richtung.

So wurde einmal ein Schweinebratenessen und einmal eine Maß Bier ausgeschossen. So musste jeweils die Verlierer-Mannschaft bezahlen. Nach fünf Stunden stand das Ergebnis fest, die Bischofswieser haben das »Bradl« gewonnen und die Ramsauer das Bier.

Nach dem langen Stehen in eisiger Kälte freuten sich die Ramsauer und Bischofswieser auf die warme Wirtsstube – und natürlich auf den Schweinebraten und das gute Bier.

Nächste Woche kommen die Ramsauer nach Bischofswiesen und es gibt eine Revanche. Bernhard Stanggassinger