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Ende der Holztrift war Beginn des Naturschutzes

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Sie stoßen auf das Doppeljubiläum an: (v.l.) Stefan Punz, die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Bürgermeister Hannes Rasp.

Schönau am Königssee – Wie früher schwere Holzstämme mit Wasserkraft transportiert wurden, das haben sich am Sonntag hunderte Menschen am Königssee angeschaut. Dort fand anlässlich des Doppeljubiläums »40 Jahre Nationalpark Berchtesgaden« und »40 Jahre Gemeinde Schönau am Königssee« das historische Holztriftfest statt.


50 Festmeter Holz, gehalten durch einen Kettenbogen, trieben vor der Seeklause am Königssee. Die Seeklause ist der nördliche Abschluss des Königssees und dahinter beginnt die Königsseer Ache. Am Geländer der Fußgängerbrücke vor der Klause sowie auf beiden Uferseiten, reihte sich Zuschauer an Zuschauer.

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Die Öffnung der Schleuse zur ersten Triftvorführung begann mit einer kleinen Verzögerung, denn am Triftplatz fand zuvor die Eröffnungsfeier statt. Der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber musste sein Kommen absagen. Eröffnet wurde die Feier von Nationalparkleiter Dr. Roland Baier. Staatsministerin Michaela Kaniber sprach über die Geschichte der Trift und über das 40-jährige Bestehen des Nationalparks. »Laut einer Umfrage sind 96 Prozent der Bevölkerung allgemein und 91 Prozent der Bevölkerung im Talkessel für den Nationalpark«, so die Ministerin.

Bürgermeister Hannes Rasp freute sich, dass neben den einzelnen Veranstaltungen anlässlich der Jubiläen (Nationalpark und Gemeinde) auch eine gemeinsame Veranstaltung ins Leben gerufen wurde. Er sagte in seiner Ansprache, dass mit der Gründung des Nationalparks die aktive Holzwirtschaft rund um den Königssee eingestellt wurde und eine neue Ära des Naturschutzes begann. Die Trift sei ein Rückblick auf die Geschichte des traditionellen Handwerks, den Transport des Holzes durch Wasserkraft, so der Bürgermeister. Rund 90 Prozent des Gemeindegebietes liegen im Nationalpark. Schönau am Königssee ist damit die drittgrößte Übernachtungskommune in Oberbayern, wie Rasp informierte. »Vor 40 Jahren ist aus zwei Kleinen eine starke, im touristischen Bereich nicht mehr wegzudenkende Gemeinde geworden.«

Gruß- und Glückwünsche gab es auch von Landrat Georg Grabner, welcher im Anschluss die Trift eröffnete. Peter Datzmann, Franz Bernegger, Christian Kranawetvogl, Sepp Keilhofer und Andreas Aschauer öffneten die Schleuse an der Seeklause. Das Wasser schoss in die Triftrinne und die Baumstämme schwammen rund 500 Meter weit hinunter Richtung Triftplatz. Durch einen Kettenzug wurden die Stämme aus dem Wasser gehoben und über ein Holzgestell ließ man sie zum Verladen auf den Triftplatz gleiten. Bürgermeister Hannes Rasp zapfte ein Bierfass an und die »Saugschlauch Musi« sorgte für Stimmung. Die Trift wurde insgesamt dreimal vorgeführt.

Vor ihrer Verabschiedung besichtigte Staatsministerin Michaela Kaniber noch das neuerbaute Turbinenhaus von Johann Aschauer gegenüber des Triftplatzes, welches dieses Jahr noch in Betrieb genommen werden soll. Ein Fernsehteam des ZDF filmte das Triftfest. Gesendet wird der Beitrag in der Sendung Länderspiegel am 22. September oder am 29. September von 17 bis 17.45 Uhr. Außerdem soll der Beitrag im Oktober in der Sendung »Hallo Deutschland« wiederholt werden. Bernhard Stanggassinger