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Seit fünf Jahren können sich die Menschen über die Energieagentur Südostbayern beraten lassen. (Foto: Arno Zandl)

Energieagentur Südostbayern feiert fünfjähriges Bestehen

Berchtesgadener Land – Seit fünf Jahren besteht die Energieagentur Südostbayern (EASOB) nun schon. Aus diesem Anlass gab es online eine kleine Feierstunde unter dem Motto »Klima im Wandel«.


Landrat Bernhard Kern sprach dazu ein Grußwort. Die Energieagentur leiste einen wichtigen Beitrag, um die von der Weltgemeinschaft gesetzten Klimaziele vor Ort in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land in Politik, Wirtschaft und mit den Bürgern umzusetzen. 750 Beratungen pro Jahr würden zeigen, dass die Beratungsstelle in Traunstein Anklang fände und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, so Kern.

Moderiert wurde der Abend von Bettina Mühlbauer als Gastgeberin, die mehrere Referenten zum Jubiläum begrüßen konnte.

Mühlbauer, die kurz nach Gründung von der EASOB im November 2016 bei der Energieagentur einstieg und seit 2020 Geschäftsführerin ist, gab einen chronologischen Überblick, der bis ins Jahr 2001 zurückreichte. Damals wurde im Berchtesgadener Land der Beschluss zum Energieziel »100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien« getroffen, 2007 folgte der Beschluss im Landkreis Traunstein. In Kooperation mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu erfolgte 2016 die Gründung der EASOB. Seitdem fanden 2247 Energie-Erstberatungen statt – davon 749 im Jahr 2020 – die Bewertung der Beratung liegt bei der Schulnote 1,4. Theoretisch wurden rund 13 Millionen Euro an Investitionsmaßnahmen angeregt. Die Beratungsangebote richten sich an Kommunen, an Unternehmen und Fachleute sowie als Angebot von Kommunen für Bürger. Schwerpunkte der Beratung in 2021 war das Thema »Heizung«.

Erich Maurer, stellvertretender Vorstand des Vereins Bayerische Energieagenturen, ging auf die Tätigkeit ein, die von 112 Mitarbeitern in 632 Kommunen in 48 Landkreisen und kreisfreien Städten geleistet werde. Obwohl es frustrierend sei, dass der Klimawandel von den Cop 26 seit Rio 1992 diskutiert werde – zuletzt in Glasgow – bleibe aufgrund der jüngsten Katastrophen, mittlerweile auch in Deutschland, keine Alternative als die Klimaziele, die 2015 in Paris formuliert wurden, einzuhalten. Aus Sicht Maurers mache es Hoffnung, dass im gerade entstandenen Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien Klimaschutzziele klar formuliert wurden. Maurer stellte die Aufgaben der Energieagenturen heraus. So soll den Kommunen bei der Umsetzung der erneuerbaren Energien vor Ort geholfen werden, Bürgern sollen von Beratern neue Wege aufgezeigt werden, auf der Basis von neutralem und objektivem Sachverstand. Maurer sieht es als »hoch spannende Herausforderung«, in den kommenden 25 Jahren die Klimaneutralität auf den Weg zu bringen. Sein Professor an der Universität, »ein Solarpapst seiner Zeit«, sagte 1993 noch, dass die Erneuerbaren Energien im Netzbetrieb kaum höher als 25 bis 30 Prozent sein könnten, »doch mittlerweile werden an guten Tagen bereits bis zu 80 Prozent erneuerbare Energien ins Netz eingespeist«.

Der Bürgermeister von Kirchanschöring, Hans-Jörg Birner, zeigte die Gestaltungsfelder der Kommunen und der Region auf. Wichtig erscheinen Birner Grundlageninfos über Klimaschutzkonzepte und Energienutzungspläne, ein grundsätzliches Bekenntnis der Politik, um Handlungsfelder zu definieren sowie eine interkommunale Zusammenarbeit.

Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale Bayern nahm Bezug auf die Handlungsfelder im Bereich Energieberatung für Bürger, die zum Aufgabenbereich der Verbraucherzentrale (VZ) gehören. Der Bereich CO 2-Einsparung drehe sich um die Bereiche Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung regenerativer Energien. Seit 2017 bestehe auch eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EASOB bei der Bürgerberatung.

Arno Zandl