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Er mag Kriegsfilme und Ballerspiele

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Bad Reichenhall – Der mutmaßliche Mörder von Bad Reichenhall, Christoph R., ist gefasst (siehe eigener Bericht). Der Facebook-Account des 20-Jährigen ist immer noch freigeschaltet. Die Inhalte dieser Seite geben Aufschluss über die Vorlieben und Hobbys des mutmaßlichen Gewaltverbrechers. Fast alle drehen sich um Gewalt.


Der gebürtige Morbacher (Rheinland-Pfalz) zeigt sich auf mehreren Fotos als stolzer, durchtrainierter Soldat. Meistens mit Kameraden. Beim Klettern, beim Bergsteigen, beim Schwimmen, beim Feiern.

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Martialisch beziehungsweise pathetisch sind auch die Einträge in seiner Chronik. »Das Herz eines Bären, das in mir schlägt. Die Willenskraft des Wolfes, die meine Seele trägt, zeigt mir in Tagen des Schattens, welchen Weg ich erwäg«, schreibt er zum Beispiel am 13. Dezember 2012.

Er ist unter anderem der Facebook-Gemeinschaft »Du trägst Dolce und Gabbana, ich trag' Heckler und Koch« beigetreten. Die Seite bewirbt die Produkte des deutschen Waffenherstellers, der auch die Bundeswehr ausstattet. Von Soldaten und deren Einsätzen handeln auch seine Lieblingsfilme, die er mit »Gefällt mir« markiert hat. Er mag unter anderem »Jarhead – Willkommen im Dreck«, »Pearl Harbor« und »Saving Private Ryan«. Auch die Superhelden-Filme der Marvel-Studios wie »Hulk«, »Captain America« und »Iron Man« findet Christoph R. toll.

Ganz begeistert ist der junge Mann auch von sogenannten Ego-Shooter-Games, also Ballerspielen am Computer. Besonders mag er laut Facebook-Einträgen »Borderlands 2« und »Black Ops 2«.

In der Facebook-Chronik findet sich auch ein von R. geteiltes Video, das er mit »Genial!!« kommentiert hat. Es zeigt einen derben Streich mit versteckter Kamera. Dabei werden zwei Autofahrer bei einer Pinkelpause in der Nacht von einer Frau, die sich als Wesen aus einem Horrorfilm verkleidet hat, angegriffen.

Christoph R. hat 141 Facebook-Freunde. Das Fahndungsfoto, das die Polizei am Dienstagnachmittag veröffentlicht hat, stammt ebenfalls aus dem sozialen Netzwerk. Es wurde inzwischen x-mal geteilt. Und mehrmals kommentiert. Ein User zum Beispiel schreibt: »Wahnsinn, dass so ein junger Kerl so sein Leben und das Leben vieler anderer versaut! Am Ende wird es heißen, dass er einfach ein Zocker war! Zocker sind keine Mörder.« Christian Fischer