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Erfindungsreiches Spiel mit der Wasserkraft

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Originell und an die Historie erinnernd: Schiffsmühlen wie die von Sebastian Aschauer sen. und seinem Enkel Lukas waren einst auf vielen Flüssen zu sehen.
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Das Siegermodell vom Team Aschauer jun. liefert Strom.

Schönau am Königssee – Die zweite Auflage der Wasserrad-Festspiele fand am Wochenende am Weiherbach im Hubertuspark statt. Bunte sowie mit Raffinesse und handwerklichem Können installierte Wasserräder lieferten erneut ein schönes Bild im Bachlauf, der in alter Zeit immerhin zwei Mühlen am Laufen gehalten und einer Schmiede Energie geliefert hatte. Die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs waren auch die bereits im Vorjahr Erfolgreichen.


Ein Gemälde von Louis Gurlitt war der eigentliche Anreger für diesen Wettstreit. Der Kunst und Tradition gleichermaßen liebende Lehrer im Ruhestand, Christoph Karbacher, wollte an die Vergangenheit erinnern und ein Mühlenrad in den Weiherbach setzen, das, mit erklärender Tafel, an einen Teil der Schönauer Geschichte denken lassen sollte. Zunächst bei der im frühen 19. Jahrhundert dort betriebenen Untermühle, dann an der am oberen Bachlauf. Was den Schönauer Menschen damals Mehl für ihr Brot lieferte, brachte dem historisch interessierten Entdecker aber nur Absagen und Drohung mit juristischen Konsequenzen ein.

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Letztlich entstand so der Wasserradwettbewerb. In Nachbarschaft des von der Gemeinde installierten Wasserrades im Hubertuspark trafen sich nun bereits zum zweiten Mal die Bastler und deren Kinder und Enkel am Weiherbach, um sich um die von der Gemeinde Schönau am Königssee gestifteten Preise zu bewerben. Der Fantasie wurden keine Grenzen gesetzt, außer den von der Physik gesetzten. Das Schülerforschungszentrum beteiligte sich an der Vorbereitung. Von Christoph Geistlinger und Martin Hofreiter angeleitet, bot das Forschungszentrum neben dem Bachlauf zusätzlich eine kleine Auswahl der in Zusammenarbeit mit dem Berchtesgadener Gymnasium von wagemutigen, von Kindern und Müttern gleichermaßen genutzten Konstruktionen für die Seifenblasen-Herstellung. Und natürlich zum Spaß.

Noch ehe die letzte Riesen-Seifenblase zerplatzt war, fand auch schon die Siegerehrung statt. Hannes Rasp, erster Bürgermeister von Schönau am Königssee, war persönlich erschienen, um sich ein Bild zu machen und die Besten zu Ehren. Dass er sich länger aufhielt beim späteren Siegermodell mag Zufall sein, oder vielleicht auch ein Hinweis auf die künftige gemeindliche Energieversorgung. Denn die kühne Konstruktion von Sebastian Aschauer und seinen Kindern Lisa und Lorenz lieferte tatsächlich messbaren Strom. Den Preis, so das Urteil der dreiköpfigen Jury, bekam Aschauer vor allem für die innovative Technik.

Knapp geschlagen, aber als originellstes Stück prämiert, landete die Schiffsmühle von Sebastian Aschauer sen. und Enkel Lukas auf Platz zwei. Und schließlich wurde die Bronzemedaille für ein schlichtes Werk vergeben, das sich, handwerklich einfach und bunt gestaltet, im Weiherbach drehte. Ihr Erbauer ist Lukas Dittrich, der sich zudem über eine Dauerkarte des Schornbades freuen durfte. Familie Aschauer erhielt als Lohn für ihre Leistungen ein Frühstück im Hotel »Kempinski« und eine Fahrt mit der Jennerbahn zum Gipfel. Dieter Meister