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Erfolgreiches Jahr am Obersalzberg

Berchtesgaden – Auf ein erfolgreiches Jahr blickt die Dokumentation Obersalzberg zurück. Mit 154 311 Besuchern im Jahr 2012 befinden sich die Zahlen zwar auf hohem Niveau. An die Besucherstatistiken aus dem Jahr 2007 und den Folgejahren kam man im letzten Jahr aber nicht heran. 2007 kamen 22 000 zusätzliche Besucher zum Lern- und Erinnerungsort. Priorität soll von nun an die Erweiterung der Einrichtung haben. Seit der Eröffnung 1999 haben 1,93 Millionen Besucher die Dokumentation Obersalzberg besucht.

Die Zwei-Millionen-Besuchermarke ist bald geknackt: Dokumentation Obersalzberg. Foto: privat

Schüler (23 476), Studierende (7 599) und Bundeswehrangehörige (3 687) gehörten – wie schon in den Jahren zuvor – zu den größten Besuchergruppen. Über 400 Schulklassen waren auf dem Obersalzberg, »das hohe Niveau des Vorjahres konnte damit gehalten werden«, heißt es im Jahresbericht 2012. Aufgrund der dauerhaft hohen Anzahl von Besuchern aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland wurde es im letzten Jahr notwendig, die Ausstellungstexte in mehreren Fremdsprachen anzubieten. Sogenannte »Sektionsflyer« bieten seit Anfang 2013 ausreichend Raum, die in verschiedene Sprachen übersetzten Texte darzustellen.

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Die Bedeutung der Einrichtung unterstrich der Privatbesuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle im Juli 2012, auch der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, stattete der Einrichtung eine Stippvisite ab.

Das Jahr 2012 stand laut Jahresbericht ganz im Zeichen »der Diskussion über die geplante bauliche Erweiterung und Überarbeitung der Ausstellung«. War zunächst – aufgrund der Platzprobleme – über mehrere, nacheinander durchzuführende Baumaßnahmen nachgedacht worden, festigte sich im letzten Jahr die Erkenntnis, doch die »erweiterte, große Lösung« anzustreben. Rund 15 Millionen Euro Investitionskosten benötigt man, um den Lern- und Erinnerungsort am Obersalzberg zukunftsfähig umzubauen, die Ausstellungsflächen deutlich zu vergrößern. In den Kosten enthalten: die Baukosten für den Erweiterungsbau, die Sachkosten für die Dauerausstellung sowie die Kosten für den personellen Mehrbedarf.

Der Erweiterungsbau erfordert auch eine Überarbeitung der Dauerausstellung. Deshalb hat das zuständige Institut für Zeitgeschichte ein Konzeptpapier erstellt. Auch der Umgang mit dem Berghofgelände wird darin geregelt: »Als der bedeutendste historische Ort auf dem Areal des ehemaligen ›Führersperrgebiets‹ wird er künftig als integraler Bestandteil der Dokumentation Obersalzberg betrachtet«, so heißt es im Bericht.

Im Hinblick auf die Erweiterungspläne der Dokumentation war eine Bestandsaufnahme und Evaluierung maßgeblich geworden. Erstmalig hat das Institut für Zeitgeschichte im letzten Jahr eine Besucherstudie in der Dokumentation Obersalzberg und dem Kehlsteinhaus in Auftrag gegeben.

Den verstärkten Dialog mit der Bevölkerung suchte die Dokumentation Obersalzberg ebenfalls im letzten Jahr – im Rahmen einer neuen Veranstaltungsreihe unter dem Titel »Im Gespräch mit der Dokumentation Obersalzberg. Berchtesgaden und der Obersalzberg. Eine Region und ihre Geschichte.«

Aufgrund der Resonanz aus der Bevölkerung starteten die Mitarbeiterinnen der Dokumentation ein Interviewprojekt mit Zeitzeugen. Unterstützt durch eine Filmproduktionsfirma befragten die Bildungsreferentinnen Zeitzeugen aus der Region zu ihrer Lebensgeschichte. Geplant ist, ein Filmarchiv aufzubauen. Das Ziel: Ausreichend Multimedia-Material für die geplante Neukonzeption parat zu haben. Kilian Pfeiffer