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Erschöpftes Pärchen gerettet

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Am Samstagabend musste die Bergwacht Ramsau ein Pärchen von der Watzmann-Südspitze retten. Foto: BRK BGL

Berchtesgadener Land – Bergwacht und Wasserwacht waren wegen des anhaltend schönen Spätsommerwetters auch am Wochenende wieder für mehrere erkrankte und in Not Geratene Bergsteiger unterwegs, wobei der Schwerpunkt rund um den Königssee lag.


Am Samstag gegen 20 Uhr musste die Bergwacht Ramsau wegen eines jungen Pärchens aus Rosenheim ausrücken, das bereits um 7 Uhr zur Watzmann-Überschreitung aufgebrochen war und dann völlig erschöpft bei einbrechender Dunkelheit nicht mehr den Abstieg von der Südspitze ins Wimbachgries schaffte. Die beiden setzen per Handy einen Notruf ab, hatten danach aber kein Netz mehr und konnten auch nicht genau sagen, wo sie gerade waren.

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Die Bergretter fuhren per Geländefahrzeug bis ins hintere Gries, um zu den beiden aufzusteigen und konnten von dort aus immer wieder die Stirnlampen der Bergsteiger erkennen und dadurch ihre ungefähre Position oberhalb des Goldbründls einschätzen. Parallel dazu wurde der nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber »Edelweiß 4« vom Flughafen München angefordert, der in Ramsau zwei Luftretter aufnahm und sie per Winde in der Nähe der Bergsteiger absetzte. Die Bergwachtmänner sicherten die Frau und den Mann in Rettungssitzen. Die Besatzung von »Edelweiß 4« nahm die Retter und das Pärchen per Winde auf und flog sie gegen 22.30 Uhr nach Ramsau. Die Frau musste wegen einer Knieverletzung in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert werden.

Am Samstagnachmittag gegen 16.30 Uhr wurde die Bergwacht Berchtesgaden zusammen mit der Wasserwacht Berchtesgaden alarmiert, um drei verstiegene Wanderer vom Kesselkopf oberhalb des Königsees zu retten. Die Wasserwacht fuhr die Einsatzkräfte per Rettungsboot an die Anlegestelle Kessel, von wo aus sie weiter zu der Familie aufstiegen. Die in Bergnot Geratenen mussten einzeln in Rettungssitzen jeweils rund 40 Meter abgeseilt werden. Danach gingen die Bergretter mit den drei Unverletzten zur Anlegestelle, von wo aus sie mit dem Motorrettungsboot der Wasserwacht zurück zur Seelände gebracht wurden.

Unmittelbar darauf bekamen die Wasserretter vom Fahrdienstleiter der Schifffahrt den nächsten Einsatz mitgeteilt: Eine 31-jährige Irin war nach einer längeren Bergtour in Salet eingetroffen und litt unter starken Kreislaufproblemen. Die Wasserwacht-Einsatzkräfte fuhren mit dem Rettungsboot zur Einsatzstelle, untersuchten die Frau, versorgten sie kurz und brachten sie zur Seelände. Ins Krankenhaus wollte sie aber nicht, da sie bereits für Sonntag ihren Rückflug nach London gebucht hatte. Der Einsatz dauerte rund eine Stunde.

Am Sonntag kurz nach 11 Uhr mussten Berg- und Wasserwacht erneut ans Königssee-Steilufer ausrücken: Ein 20-jähriger Belgier war oberhalb der Rodelbahn im Bereich der Falkensteiner Wand in unwegsames und absturzgefährliches Gelände geraten. Da zunächst unklar war, wo er sich genau befindet, suchten die Retter mit Ferngläsern von der Ladestation der Schifffahrt, von der Rodelbahn und vom Boot aus den Hang ab. Nach rund zwei Stunden konnte sie dann Rufkontakt herstellen, wobei die Bergretter von oben und unten durchs Gelände zur Einsatzstelle vorstiegen und das Wasserwacht-Boot wieder abrücken konnte. Der Unverletzte konnte über ein Seilgeländer aus dem steilen Hang in Sicherheit gebracht werden, wobei der gesamte Einsatz fast vier Stunden dauerte.

Darüber hinaus war die Bergwacht mit mehreren weniger aufwendigen Einsätzen beschäftigt, darunter eine Fußverletzung am Stöhrhaus, mehrere erschöpfte und leichter verletzte Wanderer sowie eine gestürzte Mountainbikerin an der Gotzenalm. Am Freitag musste ein intern erkrankter Patient am Jenner mit dem Rettungshubschrauber »Christoph 14« ins Tal geflogen werden. Am Freitag gegen 10.30 Uhr und am Samstagmittag war der Salzburger Notarzthubschrauber »Christophorus 6« am Eckersattel und im Bereich der Mittagsscharte am Untersberg für verletzte und erkrankte Bergsteiger im Einsatz.

Am Donnerstagabend gegen 19.40 Uhr rückten die Bergwachten Bad Reichenhall, Teisendorf-Anger und Freilassing zu einer großen Suchaktion am Alpgartensteig im Lattengebirge aus, da sich ein Bergwanderer nicht zurückgemeldet hatte. Als die ersten Einsatzkräfte bei einbrechender Dunkelheit bereits über die Rodelbahn in Bayerisch Gmain und die Röthelbach-Forststraße und die Untere Schlegelalm ins Suchgebiet unterwegs waren, konnte der Einsatz abgebrochen werden, da der Vermisste wohlbehalten aufgetaucht war.

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